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Märkte | 08.11.2018

Aus IZ45/2018, S. 2

Von John Bothe

In diesem Artikel:

Bald mehr Zinshäuser im Angebot

Ab 2010 haben sich viele wohlhabende Deutsche mit Zinshäusern eingedeckt. Wenn nun bald die zehnjährige steuerliche Haltefrist endet, rechnet John Bothe, geschäftsführender Gesellschafter der Silverlake Real Estate, mit mehr Verkäufen.

Quelle: Silverlake Real Estate Group GmbH
John Bothe.

Quelle: Silverlake Real Estate Group GmbH

Totgesagte leben länger - auf wenige Immobilien lässt sich dieser Merkspruch so gut anwenden wie auf Zinshäuser. Die guten alten Alleskönner des privaten Vermögensaufbaus haben in den vergangenen Jahren deutlich in der Gunst der Investoren gewonnen. Der Anlagedruck hat auch Institutionelle auf den Geschmack des Asset-Kuchens gebracht - nicht immer zur Freude der Akquisiteure, da die Prüfung eines kleinen Portfolios ja genauso viel Arbeit bedeutet wie die eines großen. Überdies werden mehr Zinshäuser durch Aufteilung vom Markt genommen als neu gebaut.

Ich wäre trotzdem vorsichtig mit einem Abgesang auf diese Immobilienart. Nach der Lehman-Pleite und Finanzkrise gab es nicht nur den großen Crash an den institutionellen Immobilienmärkten, es gab ab 2010 auch den antizyklischen Ankaufsrausch privater Investoren zu günstigen Preisen.

Die meisten dieser Eigentümer segeln aus meiner Erfahrung unter dem Radar der Immobilienwirtschaft. Steuerberater, Zahnärzte, Rechtsanwälte, Mittelständler, all diejenigen, die nicht direkt von der Krise 2008/2009 betroffen waren, haben seinerzeit die Gunst der Stunde genutzt und investiert.

Viele Wohnhäuser in westdeutschen Großstädten befinden sich damit weiterhin in den Händen privater Eigentümer, die die gesetzlichen zehn Jahre Haltefrist abwarten, um anschließend steuerfrei veräußern zu dürfen. Diese Frist nähert sich nun ihrem Ende. Und die Investoren von damals schauen mit wachsender Neugier auf die Entwicklung, die der deutsche Wohnungsmarkt in den letzten Jahren gemacht hat. Nur wenige haben sich die preislichen Sprünge wahrscheinlich so vorstellen können. Da sich aber inzwischen herumgesprochen hat, dass hie und da gewisse Preisplateaus erreicht und erste Peaks gar überschritten sind, vor allem, dass manch eine Kommune verstärkt auch ihr Vorkaufsrecht ausübt (und zwar zum Verkehrswert), warten die Käufer von vor bald zehn Jahren gespannt auf das Ende der Haltedekade.

Für mich steht deshalb fest: Ab 2020 werden wir auf dem Markt mehr Bestandshäuser sehen. Das wird keine Flut an Angeboten sein, aber ein stetes Rieseln von Objekten, deren Eigentümer nun Gewinnmitnahmen realisieren wollen. Profitieren werden davon private Investoren, Family-Offices und Stiftungen, denen es gelungen ist, hier einen guten Track-Record aufzubauen. Viel Arbeit kommt hingegen auf institutionelle Investoren zu, deren Asset-Manager sich auf noch mehr kleinteilige Due-Diligence-Prüfungen freuen dürfen.

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