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Politik | 08.11.2018

Aus IZ45/2018, S. 2

Von Rupert Voß

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Voss
  • Personen:
    Rupert Voß
  • Immobilienart:
    Wohnen, Einzelhandel

Höher bauen in den Dörfern

Für Rupert Voß, Geschäftsführer des Generationenwohnprojekts Dahoam im Inntal und CEO des Projektentwicklers Voss, ist eine behutsame Nachverdichtung von Dörfern der Schlüssel zum Erhalt ländlicher Regionen - und die zentrale Antwort auf den demografischen Wandel der Republik.

Quelle: Voss AG, Urheber: Steffen Leiprecht
Rupert Voß.

Quelle: Voss AG, Urheber: Steffen Leiprecht

Fünfgeschossiger Wohnungsbau im Voralpenland oder zwischen Stadthäusern in der Nähe von Hamburg - viele Gemeindeoberhäupter scheuen die "urbane Antwort" auf den Wohnungsmangel wie der Teufel das Weihwasser. Kein Wunder, dass Projekten, die dem 1.200-m2-Einfamilienhausgrundstück-Schema widersprechen, regelmäßig Absagen erteilt werden. "Stört das Ortsbild", "Passt nicht zum Charakter des Dorfes", heißt es. Zugleich klagt man über die Vergreisung des Ortes und den kontinuierlichen Abzug von Gewerbe sowie den damit einhergehenden Wegfall von Jobs und Gewerbesteuer.

Maßnahmen zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums sind auch außerhalb der Großstädte inzwischen dringend nötig. Auf ländliche Kommunen in Metropolregionen herrscht bereits enormer Siedlungsdruck, der die Preise explodieren lässt. In strukturschwachen Gegenden können Entwicklungen, die Wohnraum mit Angeboten wie Kinderbetreuung oder Einzelhandel verbinden, die Landflucht nicht nur stoppen, sondern durchaus umkehren.

Größere Wohnquartiere stimulieren den Zu- bzw. Umzug und vor allem den Erhalt junger Familien, auch weil durch solche Projekte der Wille gezeigt wird, an der Zukunftsfähigkeit des Ortes zu arbeiten. Sie sichern auch den Erhalt der Infrastruktur, die sich einzig an wirtschaftlichen Parametern wie Bevölkerungsstruktur und Kaufkraft orientiert - dem Einzelhandel. Doch dafür ist nicht nur frisches Denken und Zulassen von Wandel nötig, sondern auch Mut und Know-how, wie mit kommunalen Flächenreserven umgegangen werden kann.

Zahlreiche kleinere Kommunen verfügen über geeignete Areale wie ehemalige Kasernen oder Industriebrachen, und auch herkömmliches Bauland kann anders genutzt werden als mit Einfamilienhäusern. Vor allem Quartiere, die die Lebensrealität der Menschen ganzheitlich abbilden und zum Beispiel Gewerbeeinheiten und Kinder- oder Altenbetreuung bieten, sorgen dafür, dass wieder mehr Menschen das Land und dessen Lebensqualität als ihr Modell und ihren Lebensmittelpunkt erkennen.

Dafür müssen die Kommunen projekt- bzw. trägerbezogenes Baurecht schaffen, um Spekulationen entgegenzuwirken. Projektentwickler, die sich sozial engagieren, müssen gegenüber reinen Renditehaien, die uniforme Zweckbauten ohne soziale Aufgabe über Kommunen stülpen, klar den Vorzug bekommen. Es wäre im gesamtgesellschaftlichen Interesse, würde der Landflucht entgegenwirken und dem Dorf zu einer Renaissance verhelfen.

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