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Unternehmen | 01.11.2018

Aus IZ44/2018, S. 10

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Dr. Sasse AG
  • Organisationen:
    German Facility Management Association (Gefma)
  • Personen:
    Christine Sasse, Eberhard Sasse, Laura Sasse

Dr. Sasse wappnet sich für globale und digitale Trends

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold
Zu den internationalen Auftraggebern von Dr. Sasse zählt der Flughafen Edinburgh.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

Der Münchner Facility-Manager Dr. Sasse stellt sich auf eine Vielzahl von Herausforderungen ein. Das Unternehmen will sich u.a. stärker digitalisieren und muss wegen seines Engagements in Großbritannien den bevorstehenden Brexit im Auge behalten. In UK wie in Deutschland spielt zudem der Fachkräftemangel eine immer wichtigere Rolle.

Als die größten Einflussfaktoren auf sein Unternehmen sieht Vorstand Eberhard Sasse den Fachkräftemangel, den technologischen Fortschritt und die globalen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen. Für Christine Sasse, ebenfalls Vorstand und für die Personalentwicklung des Unternehmens zuständig, wird es immer wichtiger, sich auf die Arbeitsumgebung und die Kommunikationswege der Kunden einzustellen.

"Wir schulen unsere Mitarbeiter für dieses Verständnis", sagt Christine Sasse. Es gehe schon lange nicht mehr nur um die klassische Arbeitsleistung, sondern darum, den Kunden und deren Gästen eine Wohlfühlatmosphäre zu liefern. Das beginne z.B. schon damit, dass ein Besucher mit Namen begrüßt und ihm sofort ein Ausweis ausgehändigt wird, nachdem er das gemanagte Gebäude betreten hat. Möglich wird dies dadurch, dass das Autokennzeichen des Gastes schon bei der Tiefgarageneinfahrt identifiziert wurde.

Das geeignete Personal zu finden, wird auch aus Christine Sasses Sicht immer schwieriger. Trotz der Personalknappheit sei jedoch weiterhin ein sorgfältiger Auswahlprozess erforderlich. Die Personalverantwortliche hatte zunächst erwartet, dass mit der Einwanderungsflut auch der eine oder andere Arbeitnehmer für das Unternehmen rausspringen werde. "Ich war sehr enthusiastisch", sagt Christine Sasse. Doch viele Kandidaten hätten sich leider überfordert gefühlt. "Wir brauchen das Einwanderungsgesetz", fordert sie, um qualifizierte Bewerber zu gewinnen, die zudem die deutsche Sprache beherrschen.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold
In Schottland betreibt Dr. Sasse auch seine Schulungsakademie: das historische Lanfine House.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Lars Wiederhold

Genauso notwendig sei es, endlich ein richtiges Berufsbild für das Facility-Management zu schaffen. Doch die langjährigen Aktivitäten der Sasses zusammen mit dem Verband Gefma, einen eigenen Ausbildungsberuf für Facility-Management zu erhalten, werden von anderer Seite gebremst. "Die FM-Branche wird vom Handwerk leider häufig als Feind gesehen", bedauert Eberhard Sasse.

Die Personalgewinnung könnte für den Dienstleister, der aktuell 25% seines Gesamtumsatzes im Ausland macht, künftig auch in Großbritannien schwieriger werden. Hintergrund ist der geplante Brexit. UK zählt für Dr. Sasse zu den wichtigsten Märkten. Dort betreut das Unternehmen u.a. verschiedene Unternehmen aus dem Segment Infrastruktur wie z.B. den Flughafen von Edinburgh. In Schottland, wo Dr. Sasse auch sein Schulungszentrum Lanfine House betreibt, pflegt die Unternehmerfamilie den Kontakt zu Abgeordneten des Parlaments. Bei den Schotten verspürt sie eine große Unsicherheit, wie es nach dem Brexit weitergeht. Klar ist für die Abgeordneten nur, dass der EU-Austritt durchgezogen wird, in welcher Form auch immer. Eberhard Sasse erwartet vom Brexit zwar für sein Unternehmen keine negativen Folgen. Seine Tochter Laura, Chief Digital Officer, gibt aber zu bedenken, dass dort ein stärkerer Wettbewerb um die ausländischen Arbeitskräfte im Land entbrennt, die auch nach dem EU-Austritt in Großbritannien bleiben dürfen.

Unterdessen treibt Laura Sasse die Digitalisierung des Unternehmens voran und hat dafür ein Team aufgebaut: "Wir haben keine kleine Abteilung geschaffen, sondern das auf höchster Ebene angesiedelt." So hat sich Dr. Sasse z.B. einen Produktmanager aus dem E-Commerce ins Boot geholt und sucht noch einen Softwareentwickler, um sich auf neue Kundenanforderungen einzustellen. Erste Pilotprojekte laufen oder sind vor kurzem abgeschlossen worden. Dabei arbeitet der Facility-Manager mit dem Softwarehersteller FacilityApps zusammen. Entstanden ist u.a. ein webbasiertes Leistungsverzeichnis, in dem die Mitarbeiter über ihr Smartphone oder Tablet z.B. eintragen können, welche Räume sie schon gereinigt haben bzw. wo keine Reinigung möglich war, weil beispielsweise die Tür versperrt war.

Gleichzeitig können die Mitarbeiter über das System Probleme wie ein beschädigtes Möbelstück melden, die nichts mit der eigentlichen Leistung des Facility-Managers zu tun haben. "Ein Dienstleister muss auch nach links und rechts schauen", betont Laura Sasse. Wenn der Arbeitsplan nicht umgesetzt wird, schlägt das System Alarm. Es ermöglicht dem Kunden zudem einfachere Stichprobenkontrollen, da er genau sieht, welcher Raum schon gereinigt worden sein sollte.

Im Online-Segment wittert Eberhard Sasse aber auch Konkurrenz durch Portale für FM-Leistungen. Er hält es deshalb für keine schlechte Idee, wenn mehrere Facility-Manager eine gemeinsame Plattform ins Leben rufen würden. "Dafür traut sich die Branche aber wahrscheinlich zu wenig über den Weg."

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