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Märkte | 01.11.2018

Aus IZ44/2018, S. 2

Von Bernhard Schoofs

In diesem Artikel:

Amazon, Zalando & Co. sind einholbar

Der stationäre Handel wird bald all das, was Online-Anbieter heute können, ebenfalls anbieten, meint Bernhard Schoofs, geschäftsführender Gesellschafter Momentum Real Estate. Die einstigen Disruptoren Zalando und Amazon schrumpfen dann zu schlichten Versandhäusern.

Urheber: Bernhard Schoofs
Bernhard Schoofs.

Urheber: Bernhard Schoofs

E-Commerce - der Begriff stand lange Zeit für die Digitalisierung des Handels und galt gewissermaßen als Urknall einer neuen Zeitrechnung. Die Kunden, so die Vision der Online-Pioniere damals, würden ihre Produkte mit der Zeit fast nur noch auf virtuellen Marktplätzen kaufen, die Ladentheke wäre Geschichte. Mit der Zeit entstand eine Art "digitaler Graben" in den Köpfen von Konsumenten und Händlern. Hier die digitale Zukunft: der schnelle Einkauf per Knopfdruck. Dort die analoge Vergangenheit: der mühselige Gang ins stationäre Geschäft.

80% der Offline-Händler werden nicht überleben, erklärte Zalando-Gründer Oliver Samwer noch vor wenigen Jahren. Lange Zeit hätte man ihm das fast glauben können. Von den Buchhändlern bis zu den Nahversorgern zittern ganze Branchen vor der Konkurrenz. Richtig ist aber auch, dass Furcht mitunter enormen Erfindungsreichtum freisetzen kann. Was also, wenn sich der digitale Graben wieder schließen sollte? Digitale Innovationen, das zeichnet sich ab, kommen im stationären Handel mittlerweile genauso zum Einsatz wie bei den Online-Händlern: Bezahlt wird im Internet wie im Geschäft per PayPal oder einem anderen Dienst. Und das in ein paar Jahren nicht einmal mehr an einer physischen Kasse, sondern automatisch beim Verlassen des Geschäfts. Sensoren und eine künstliche Intelligenz, die per Kamera zuschaut, passen auf. Avatare und Roboter werden die Kunden zwar nicht im Laden beraten, dafür aber eine Sprachassistenz mit künstlicher Intelligenz wie Siri oder Alexa. Und kennen Sie das? Sie suchen ein Produkt im Internet und dann erscheint der Hinweis "Für diese Produkte könnten Sie sich auch interessieren"? Maßgeschneiderte Produktvorschläge, sofern sie dem Kunden einen echten Wert bieten, wird es dank Geomarketing und Internet of Things auch im Laden geben. Sensoren orten, an welchem Regal Sie (und ihr Smartphone) sich befinden und senden Ihnen Einkaufs-Tipps.

Die Online-Pioniere von einst werden sich geirrt haben. Langfristig wird der stationäre Handel das "E" in "E-Commerce" genauso verdienen wie Amazon & Co. Was aber bleibt dann noch vom Konzept des Online-Pure-Players, wenn das digitale Suchen, Vergleichen, Beraten werden und Bezahlen auf der Verkaufsfläche genauso gängig ist wie beim Shoppen daheim? Der Einkauf per Knopfdruck ist es nicht. Es bleibt das Versprechen, sich Waren bequem und in möglichst kurzer Zeit nach Hause oder an jeden beliebigen Ort liefern zu lassen. Das nennt man Versandhandel.

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