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Märkte | 25.10.2018

Aus IZ43/2018, S. 2

Von Jakob Mähren

In diesem Artikel:

Coliving ist ein Megatrend

Millennials wollen nicht ins Reihenhaus mit Garten oder in die Eigentumswohnung im Schlafquartier. Bevorzugt wird der "Hub" mit Gleichgesinnten und Gleichaltrigen, meint Jakob Mähren, Chef des gleichnamigen Projektentwicklers.

Urheber: Dennis Stompfe, Quelle: Mähren AG
Jakob Mähren.

Urheber: Dennis Stompfe, Quelle: Mähren AG

Ich beobachte eine Verschiebung der Wohn- und Arbeitsprioritäten unter den 20- bis 30-Jährigen - und das nicht mehr nur in den Metropolen, sondern inzwischen auch an kleineren Wachstumsstandorten. Die Büros von Unternehmen sehen immer mehr wie die Wohnzimmer aus amerikanischen Sitcoms aus, und die Wohnungen sind optimierte WG-Zimmer. Klar, wer es sich leisten kann, wird sich auch weiterhin eine Villa im Westend kaufen. Aber für die meisten jungen Menschen liegen die Prioritäten woanders. So wie das eigene Auto bekanntlich als Statussymbol ausgedient hat, spielt auch die eigene Küche, die Größe des eigenen Fernsehers oder die Marke der Waschmaschine kaum noch eine Rolle. Wer will schon allein kochen und allein Fußball schauen? Jene Werbung, in der zeitgleich aus allen Fenstern eines Stadtviertels Torjubel schallte, beschreibt vergangene Zeiten.

Nur zum Schlaf, zur Hygiene, für Ruhephasen und Romantik zieht man sich heute unbedingt noch zurück. Was im Hotelbereich Motel One und Co. erfolgreich vorgelebt haben, wird hingegen auch immer mehr Anhänger im Wohnbereich finden. Junge Menschen wollen nicht allein sein, sie suchen ihresgleichen: zum Arbeiten, zum Kochen, zum Sport machen, zum Chillen.

Dabei wollen sie aber keineswegs auf einen gehobenen Standard verzichten, im Gegenteil: Die Generation der heute 20- bis 30-Jährigen erwarten eine gut bestückte Bar, frisches, gesundes und internationales Essen, Fitnessräume, vielleicht sogar einen Pool - nur benötigen sie das nicht länger für sich exklusiv, sondern sie sind willens und neugierig zu teilen.

Die deutsche Immobilienwirtschaft erkennt diese Trends - wenn überhaupt - viel zu spät. Entsprechend kommen die meisten Coliving- und Coworkingunternehmen aus Großbritannien, den USA und Israel. Dort stößt der enorme Bedarf an Wohn- und Büroraum auf klare Marktmechanismen. Anders als in Deutschland können und müssen die Akteure viel agiler und flexibler auf Trends, Bedürfnisse und Wünsche der Verbraucher reagieren. Deutsche Unternehmen hingegen optimieren lieber die Geschoss- und Grundstücksplanung. Sie bauen lieber Zwei- und Dreizimmerwohnungen und glauben an bessere Margen. Sie werben wieder mit Reihenhaussiedlungen in den Randlagen. Für mich steht hingegen fest: Ich kann vor der Schaffung eines Überangebots an nicht mehr zeitgemäßem Wohnraum nur warnen. Die Nachfrage nach Einzelwohnungen wird sich in den kommenden Jahren deutlich verringern.

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