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Märkte | 25.10.2018

Aus IZ43/2018, S. 2

Von Christine Rose

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Medici Living
  • Personen:
    Gunther Schmidt
  • Immobilienart:
    Wohnen

Teures Glücksversprechen

Coliving heißt: Ein kleines möbliertes Zimmerchen wird mit dem großen Versprechen an den Mann gebracht, dass dieser sich um nichts mehr kümmern muss - nicht einmal um Mitbewohner und Bekannte, um die "Community". Das kostet viel Geld und Privatsphäre. Wie viele Menschen wollen das?, fragt sich IZ-Redakteurin Christine Rose.

Quelle: Immobilien Zeitung
Christine Rose.

Quelle: Immobilien Zeitung

Schon bei Mikrowohnungen - das sind die mit kleinem Bad und Küchenzeile - kann man sich fragen: Was passt auf rund 20 m2? Wenn da schon ein Bett steht, ein Schrank, ein Schreibtisch? Wo sollen die eigenen Möbel hin, Bücher, Klamotten, Geschirr, Fotos und Bilder? Wohin mit den eigenen Vorstellungen vom Wohnen und Leben? Dafür gibt es die Gemeinschaftsfläche, heißt es dann, und: Mikrowohnungen seien nur für begrenzte Zeit oder als Zweitunterschlupf gedacht. Das klingt nach: Paradies, später. Clever, wie WG-Anbieter nun ein oft noch kleineres Zimmer ohne Bad und Küche mit dem Stempel verkaufen: Paradies, jetzt. Sie werben mit der "Community", damit, dass Zuzügler schnell neue Bekanntschaften schließen. Wenig Privatsphäre? Egal. Wer mit einzieht? Darum muss - darum darf - man sich nicht kümmern. Der Anbieter wählt. Friss oder zieh aus.

Wohngemeinschaften sind nichts Neues. Aber wer noch einen Unterschied zur alten WG wissen will, hier ist er: Letztere hatte einen Hauptmieter, der untervermietete. Bei Zimmerwechseln blieb die Miete stabil. Jetzt geht sie bei jeder Neuvermietung sofort rauf. Damit und mit ohnehin recht hohen Ausgangsmieten wird Rendite gemacht.

Es gibt die Nachfrage nach Kleinem, Möbliertem, nach Coliving. Keine Frage. Für das Wachstum der Anbieter mögen sich auch die Zielgruppen erweitern lassen. Alleinstehende werden nun mit dazugerechnet. Medici-Gründer Gunther Schmidt prophezeit, dass Coliving dereinst nicht nur für Mieter in den Zwanzigern interessant sein wird, sondern für alle Generationen. Mag sein, aber wie viele Alleinstehende und Vierzig- oder Fünfzigjährige akzeptieren ein Gemeinschaftsbad für mehr Community?

Die Nachfrage nach Kleinem wird nicht nur getrieben von Jungen, von Hipstern und Menschen, die heute in New York und morgen in Berlin arbeiten. Sie fußt auch darauf, dass es derzeit vielerorts schwer ist, eine Wohnung zu finden. Das wird vorerst so bleiben. Schwieriger wird des für die Anbieter, wenn der Neubau stärker in Gang kommt und Mieter wieder wählen können. Wenn die Konjunktur schwächelt, Arbeitsplätze gestrichen werden und Firmen für weniger Fachleute teure Zimmer mieten. Dann sollte gut kalkuliert sein. Die Community-Überzeugten mögen dann weiter mieten. Allerdings in A-Lagen, nicht "jwd". Und es mag sich Mikro in Größeres ummodeln lassen. Allerdings - da mehr Wohnfläche - für eine geringere Miete und damit einen niedrigeren Verkaufspreis.

Lesen Sie dazu "Mikro-Anbieter kreieren weitere Produkte"

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