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Digitales | 18.10.2018

Aus IZ42/2018, S. 13

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    KPMG, Lünendonk, EY Real Estate
  • Organisationen:
    ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss
  • Personen:
    Ralf Hempel, Thomas Ball
  • Immobilienart:
    Büro

Die digitale Umsetzung bleibt mangelhaft

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
Thomas Ball auf der Expo Real bei der Vorstellung der Digitalstudie des Beratungshauses Lünendonk & Hossenfelder.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Allen hippen Proptech-Events zum Trotz bleibt die Digitalisierung ein langatmiges Geschäft. Studien von EY/ZIA, Lünendonk und KPMG belegen, dass die Immobilienbranche aufgewacht ist. In die Puschen kommt sie deswegen aber nicht.

Viel reden, aber nur wenig konkret umsetzen: Das ist nach wie vor der Normalfall, wenn es um die digitale Transformation in der Immobilienwirtschaft geht. Drei aktuelle Studien belegen diesen Befund. Die zwei deutschen Publikationen wurden auf der Expo Real vorgestellt, die internationale erschien kurz zuvor.

Für die erste der drei Studien wurden 300 Fachleute aus der Immobilienbranche und 3.000 Büronutzer befragt. Auf den Zahn gefühlt haben der Branche der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) und die Beratungsfirma EY Real Estate, zum dritten Mal in dieser Konstellation. Die Bereitschaft, Geld für die digitale Transformation in die Hand zu nehmen, ist demnach vorhanden. 74% der Befragten klagen jedoch über fehlende Spezialisten für die Umsetzung. Der Nachholbedarf in den Unternehmen bleibt dementsprechend groß: Nicht einmal jedes zehnte sieht sich als technisch topfit an, auch wenn 91% es als sinnvoll erachten, ihre Prozesse an das Digitalzeitalter anzupassen. Im Vorjahr lag diese Zahl nur bei 39%.

Auch die Immobilien selbst müssen sich mittlerweile dem Digitalzeitalter stellen. Bereits 81% der Nutzer sehen die Internetverbindung als entscheidendes Qualitätsmerkmal eines Büros an, jeder Dritte wünscht sich alternative Raumkonzepte, z.B. Telefonkabinen und eigene Bereiche für kreatives Arbeiten. Smarte Büros, in denen die Raumbelegung digital optimiert wird, stellen jedoch erhöhte Anforderungen an den Datenschutz. 57% der Immobilienexperten sehen hier Informationsbedarf.

Das Marktforschungsinstitut Lünendonk & Hossenfelder hat die Digitalisierung im Facility-Management ausgeleuchtet und dazu 90 FM-Nutzer sowie Berater und Dienstleister befragt. Unterstützt wurde der Report unter anderem von Apleona, DB Services, Deloitte und TÜV Süd. Wisag-Geschäftsführer Ralf Hempel, dessen Unternehmen ebenfalls einer der Sponsoren ist, bezeichnete die Ergebnisse bei der Vorstellung auf der Expo Real als ernüchternd. So fehlen für eine flächendeckende Automatisierung des Facility-Managements einerseits Datenstandards, andererseits scheuen sich viele Unternehmen, in die zugrunde liegenden Prozesse zu investieren. Für das Top-Management ist ein digital gemanagtes Gebäude häufig nur von Interesse, wenn es der Pflege der eigenen Marke dient. Das heißt: für wenige ausgewählte Vorzeigestandorte.

Dabei berichten Unternehmen, die Digitalprojekte im FM umgesetzt haben, von unerwarteten Mehrwerten für das Kerngeschäft. Eine automatisierte Dokumentation von geleisteten Servicetätigkeiten sowie optimierte Zeiterfassung, Ersatzteilbestellungen und Wartungseinsätze setzen Ressourcen frei und führen dazu, dass der gesamte Betrieb besser läuft. Thomas Ball, Senior Consultant bei Lünendonk & Hossenfelder, wies allerdings auf den mangelnden Realitätsbezug vieler Nutzer hin, die maßgeschneiderte Digitaldienste zum Preis eines Massenprodukts erwarten.

Ein schwacher Trost ist, dass die schleppende Digitalisierung die Immobilienbranche weltweit betrifft. So hat KPMG im Juni und Juli 270 Entscheider befragt, von denen 60% aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika kommen, 28% aus Asien und dem Pazifikraum sowie 12% aus Nord- und Südamerika. Obwohl 97% denken, dass die Digitalisierung ihre Geschäftsmodelle beeinflussen wird, wollen nur 30% in Proptechs investieren. Mehr als die Hälfte gibt sich bei der digitalen Zielerreichung auf einer Skala von eins bis zehn nur fünf Punkte oder weniger. Beruhigend ist das nicht. Auch Hotellerie, Filmindustrie und Taxibranche verbummelten die Digitalisierung über Jahre hinweg - bis plötzlich Airbnb, Netflix und Uber auf der Bildfläche erschienen.

Die Lünendonk-Studie ist erhältlich unter expert.luenendonk.de, die Studie von EY und ZIA auf zia-deutschland.de und die KMPG-Studie (auf Englisch) unter assets.kpmg.com.

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