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Digitales | 18.10.2018

Aus IZ42/2018, S. 2

Von Daniel Rohrig

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Berlin Hyp, Sopra Steria Consulting, BrickVest, 21st Real Estate
  • Personen:
    Hans Jürgen Kulartz, Francesco Fedele, Maria-Teresa Dreo, Thomas Schneider, Daniel Rohrig

Das große Kuscheln

Auf der Expo Real war in diesem Jahr ein deutlich entspannteres Verhältnis zwischen Fintechs und klassischen Kreditinstituten zu beobachten. IZ-Redakteur Daniel Rohrig meint, dass sich beide Seiten wohl dazu gezwungen sehen.

Quelle: Immobilien Zeitung
Daniel Rohrig.

Quelle: Immobilien Zeitung

Plötzlich sind sie ziemlich beste Freunde. Bei einigen Veranstaltungen auf der Immobilienmesse fiel mir das zelebrierte große Kuscheln zwischen den jungen Fintechs und den Kreditinstituten auf. Auch die Fakten sprechen für sich: Bis auf BayernLB und LBBW arbeiten so gut wie alle großen Geldhäuser mittlerweile mit den Neulingen zusammen, meldete jüngst die Welt. Laut "Branchenkompass Banking 2018" des IT-Beratungsunternehmens Sopra Steria können sich 64% aller deutschen Kreditinstitute vorstellen, "in irgendeiner Form" mit den "Neuen" zusammenzuarbeiten.

Die Berlin Hyp ist beispielsweise an der Online-Investmentplattform BrickVest beteiligt und seit jüngstem an dem Proptech 21st Real Estate. Die Aareal Bank steht kurz vor dem Einstieg bei BrickVest.

Doch bei genauerer Betrachtung wirkt es eher so, als richteten beide lächelnde Seiten hinter ihrem Rücken die Pistole aufeinander. BrickVest-CEO Thomas Schneider hält sogar die Hand direkt am Abzug: "Banken, die sich nicht anpassen und an die Fintechs annähern, werden vom Markt verschwinden." Maria-Teresa Dreo von der HypoVereinsbank weicht der Bedrohung nicht aus: "Wegducken wäre der falsche Weg." Auch wenn Hans Jürgen Kulartz, Vorstand der Berliner Sparkasse, betont: "Ich fühle mich von niemand bedroht" - die Angst der Alteingesessenen ist deutlich spürbar. Angst nicht nur vor der unbekannten Konkurrenz, sondern auch vor mehr Regulation und vor wachsender Transparenz. Während Schneider damit kein Problem hat und auf mehr Übersichtlichkeit hofft, sind Bankenvertreter wie Dreo da vorsichtiger: "Transparenz ist eher eine Frage der Machbarkeit." Und Kulartz findet es wichtiger, für die Kunden kompetente Ansprechpartner zu bieten, als nach außen mehr Transparenz herzustellen. Aus dem BF.-direkt-Chef Francesco Fedele - auch wenn sein Unternehmen keine Bankenlizenz besitzt - platzt in Richtung Schneider das heraus, was vermutlich auch viele andere seiner Kollegen denken: "Sind Sie sicher, dass Sie mehr Transparenz haben wollen? Die Branche lebt teils von der Intransparenz."

Hier prallen immer noch zwei Welten aufeinander, die zwar erkannt haben, dass sie sich brauchen, aber den jeweiligen Gegenpart nicht richtig verstehen oder verstehen wollen. Insgeheim hoffen wohl nicht wenige Kreditinstitute auf zahlreiche Pleiten unter der unregulierteren Konkurrenz. Die energiestrotzenden Fintechs müssen aufpassen, dass sie sich nicht von den taktisch kuschelwilligen Dinosauriern erdrücken lassen.

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