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Politik | 04.10.2018

Aus IZ40/2018, S. 24

Von Jutta Ochs

In diesem Artikel:

Baukindergeld ist beliebt

Das Baukindergeld kann nun beantragt werden bei der KfW, rückwirkend zum Januar 2018. Der Andrang ist nach den ersten Eindrücken groß. Wem es wo und wie nutzt, darüber gehen die Meinungen etwas auseinander.

Besonders positiv sehen es der Immobilienverband Deutschland (IVD) und das von ihm beauftragte Center for Real Estate Studies (Cres). Es geht davon aus, dass rund 2,4 Mio. Familien in Deutschland vom Baukindergeld profitieren könnten. In fünf exemplarisch untersuchten Städten - Berlin, Hamburg, Leipzig, Nürnberg und Krefeld - werde die Förderung zu fast durchweg zweistelligen Entlastungen des Haushaltseinkommens führen. Eine Ersparnis von 5% bis 63% bei der Finanzierung der eigenen vier Wände sei möglich - wenn nicht gerade in A-Lage gesucht wird.

Laut einer Modellrechnung des Berliner Instituts empirica und LBS Research kann das Baukindergeld zusätzlich 58.000 jungen Familien ein Eigenheim bescheren. Bei ihren Berechnungen haben die Analysten zunächst alle Mieterhaushalte mit Kindern betrachtet, die sowohl über ausreichend Eigenkapital (mindestens 25% des Kaufpreises plus Nebenkosten) als auch über ein ausreichendes Einkommen (Belastung maximal 35%) verfügen, um sich eine Wohnimmobilie leisten zu können. Das so ermittelte Potenzial lag bei 181.000 Haushalten. Werde das Baukindergeld einbezogen, ergebe sich das "Zusatzpotenzial" von 58.000. Die LBS fügt aber hinzu, dass das Baukindergeld "kein Allheilmittel" und der Bausparvertrag dennoch unverzichtbar seien.

Der IVD sieht auch positive Aspekte durch das Baukindergeld für den ländlichen Raum. Dort könne das Baukindergeld "Bleibeakzente setzen", also die Landflucht dämpfen. Dringend erforderlich sei es, das ebenfalls im Koalitionsvertrag stehende Bürgschaftsprogramm der KfW als Eigenkapitalergänzung zusätzlich zum Baukindergeld einzuführen. Dieses Programm wird laut Bauministerium erst 2019 folgen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln bleibt ein Kritiker. Wie die Eigenheimzulage werde auch das Baukindergeld vor allem den Neubau in Regionen anregen, in denen es nur wenig Bedarf gebe, prognostiziert es. Wegen des Mangels an Bauland wird das Baukindergeld in den Ballungsräumen kaum einen Effekt erzielen. Stattdessen dürften die Preise für Häuser und Wohnungen in den Metropolen weiter steigen. Das Baukindergeld könne also die Preisblase auf dem Immobilienmarkt weiter aufblähen.

Auch nicht ermutigend sind die Ergebnisse einer Umfrage zum Baukindergeld, die das Portal Elterngeld.de unter 1.000 hausbauwilligen Eltern im August durchgeführt hat. Danach halten zwar 95% der Teilnehmer das Baukindergeld für sinnvoll. Zugleich aber geben lediglich 9% an, sich nur mit Hilfe des Baukindergelds ein Eigenheim leisten zu können. Die große Mehrheit will den staatlichen Zuschuss dazu nutzen, Kredite schneller zu tilgen oder sich ein größeres Domizil zuzulegen als ursprünglich geplant. Danach würde das politische Ziel verfehlt, auch weniger finanzkräftigen Familien den Bau oder Erwerb von Wohneigentum zu ermöglichen.

Das Onlineportal Immowelt sieht nur regional Profiteure des Baukindergelds. Danach könnten unterm Strich nur Familien im Osten Deutschlands und im nordöstlichen Bayern profitieren. In vielen Gebieten Deutschlands verpuffe der Effekt wegen der hohen Kaufpreise. Im Osten sei das wegen des geringeren Preisniveaus nicht der Fall. In Bayern gibt die Landesregierung einen zusätzlichen Zuschuss (300 Euro), sodass zumindest außerhalb bayerischer Hochpreisgebiete ein Effekt zu spüren sei.

Das Baukindergeld wird Familien mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen von maximal 75.000 Euro und zusätzlich 15.000 Euro pro Kind gewährt. Der Zuschuss in Höhe von 1.200 Euro je Kind und Jahr wird über zehn Jahre hinweg ausgezahlt.

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