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Digitales | 04.10.2018

Aus IZ40/2018, S. 20

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

Etablierte sehen Proptechs als Schrittmacher an

 Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
Sie sehen Proptechs als Bereicherung (v.l.): Alexander Ubach-Utermöhl (blackprint Partners), Sascha Klaus (Berlin Hyp), Manfred Alflen (Aareon) und Jörn Stobbe (Union Investment).

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Angestammte Immobilienunternehmen sehen in Proptechs keine Gefahr, sondern vielmehr eine Hilfe, um die eigenen Geschäftsmodelle fit zu machen gegen mögliche Angriffe großer Internetkonzerne. Trotzdem ist es wichtig, sich nicht nur auf die Jungunternehmen zu verlassen, sondern auch eigene Ideen zu entwickeln. Dabei ist es entscheidend, die Bedenken der eigenen Mitarbeiter aufzunehmen und Ängste zu überwinden.

Während die Anzahl Neugründungen bei deutschen Proptechs seit etwa zwei Jahren rückläufig ist, haben die Geschäftsmodelle der Jungunternehmen an Reife gewonnen - nicht zuletzt durch Coaching und Projekte mit der etablierten Immobilienwirtschaft. Die sieht in den Newcomern gleichermaßen eine Chance wie eine Herausforderung für die eigene Unternehmenskultur. Das wurde Mitte September auf der Future Proptech in Berlin deutlich, als Alexander Ubach-Utermöhl, Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft blackprint Partners, mit drei Vertretern etablierter Unternehmen diskutierte.

Für Jörn Stobbe, COO von Union Investment, ist Innovation ein zweischneidiges Schwert. "Wenn es in einem Unternehmen hervorragend läuft, ist es schwierig, das Team zu motivieren, etwas Neues auszuprobieren. Wenn aber alle nur Angst um ihren Job haben, will erst recht keiner mitmachen." Es gelte daher die Balance zu halten zwischen dem Ausbrechen aus dem Alltagstrott auf der einen und dem Ernstnehmen der Veränderungsangst auf der anderen Seite. Bei Union Investment habe es sich dabei bewährt, auf MVPs zu setzen, also auf "minimal viable products". Diese stellen die erste umsetzbare Minimallösung für ein Problem dar, statt von Anfang an das perfekt entwickelte Endprodukt anzustreben. Bei Lösungen, die von außerhalb des Unternehmens, wie z.B. von Proptechs beigesteuert werden, gebe es ebenfalls gewisse Minimalanforderungen. "Wir steigen bei einem Proptech nur dann ein, wenn die Idee schon Konturen hat. Dann geben wir Hilfestellung dabei, wie man es besser machen kann."

Manfred Alflen, CEO des auf die Wohnungswirtschaft spezialisierten Software- und Beratungshauses Aareon, setzt für Innovation ebenso auf die eigenen Mitarbeiter wie auf externe Ideen. "Die Proptech-Szene ist ein wichtiger Akzelerator, um Themen voranzubringen, bei denen es in der Wohnungswirtschaft schon lange Nachholbedarf gibt", ist Alflen überzeugt und fügt hinzu: "Für uns ist dieser Ideenpool sehr wichtig." Ist ein geeignetes Proptech identifiziert, setzt Alflen auf schrittweise Vernetzung mit dem Start-up, von der Implementierung einer Lösung in die eigenen Software-Produkte über eine Vertriebskooperation bis hin zur Beteiligung. "Die Beteiligung ist dabei weder die primäre Zielsetzung noch der Regelfall", betont der Aareon-Chef.

Manche Akteure in der Immobilienwirtschaft seien leider immer noch der Meinung, dass die Digitalisierung sie nicht wirklich betreffe, findet Sascha Klaus, Vorstandsvorsitzender der Berlin Hyp. "Die Entwicklung ist nicht aufzuhalten, das haben wir in zig anderen Branchen gesehen", mahnt der Berlin-Hyp-Chef. Auch er sieht den Alltagstrott als einen Hemmschuh für hauseigene Innovation. Eine Bank sei eben nicht von vorneherein dafür bekannt, ein digitales Schnellboot zu sein. Um das zu ändern, hat die Berlin Hyp eine Digitaleinheit von drei Mitarbeitern in einen Coworking-Space gesteckt, um auf neue Ideen zu kommen. Daraus ist das Online-Besichtigungstool Onsite ImmoAgent hervorgegangen. "Querdenken ist wichtig", fügt Klaus hinzu.

Das sieht auch Jörn Stobbe und betont, dass ein etabliertes Unternehmen unmöglich alle Lösungen im eigenen Haus entwickeln kann: "Es gibt so viele gute Ideen da draußen, die können wir gar nicht alle allein haben." Schon deswegen wünscht sich Stobbe mehr Zusammenarbeit der Immobilienbranche in Bezug auf die Digitalisierung, vor allem bei Datenstandards. Denn die wahre Bedrohung der Immobilienwirtschaft sind nicht etwa Proptechs, sondern große, weltweit operierende Datenkonzerne.

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