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Projekte | 27.09.2018

Aus IZ39/2018, S. 23

Von Martina Vetter

In diesem Artikel:

Nördlich vom Hauptbahnhof nehmen zwei Großprojekte Gestalt an

Quelle: Kauri CAB
Südlich der den Fußgängern und Radlern vorbehaltenen Kieler Brücke steht der Kornversuchsspeicher (links im Bild), nebenan wächst das Wohnquartier Wasserstadt Mitte.

Quelle: Kauri CAB

Berlin. Gleich zwei Mal am selben Tag war der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) vergangene Woche zu großen Baufesten an der Heidestraße geladen. Während westlich des künftigen Boulevards der Grundstein für den ersten Bauabschnitt des Quartiers Heidestraße gelegt wurde, fand auf der anderen Straßenseite das Richtfest für das Projekt Wasserstadt Mitte statt. In beiden als Teil der Europacity realisierten Vorhaben entstehen gut 1.600 Wohnungen sowie Geschäfte und Büros.

Nachdem jahrzehntelang traurige Ödnis das Bild in der Gegend nördlich vom Hauptbahnhof bestimmte, wird im Gewirr der Bausstelleneinrichtungen, Bagger und Kräne und schon fertigen Gebäude allmählich das neue Stadtviertel erkennbar, das hier aus dem Boden gestampft wird. Vor allem das Gebiet im Osten der Heidestraße nimmt zunehmend Gestalt an. "Lange Zeit waren es vor allem die markanten Unternehmenssitze gegenüber vom Hauptbahnhof, die das Gesicht der Europacity als neuer moderner Mitte prägten. Nun nähert sich das gesamte Gebiet östlich der Heidestraße seiner Fertigstellung, und der durchdachte Mix aus Wohnen, Einzelhandel, Büros und öffentlichen Plätzen wird erkennbar", formuliert es der Regierende Bürgermeister beim Richtfest für die Wasserstadt Mitte.

Im Gebiet zwischen Hauptbahnhof und Nordhafen gehört die Wasserstadt Mitte zu den größten Projekten. 701 Wohnungen sollen dort bis Ende 2019 unter der Regie von Projektentwickler Kauri CAB entstehen. Die Wohn-AG Adler Real Estate erwarb sie bereits Ende 2017 im Rahmen eines Share-Deals von den Joint-Venture-Partnern Kauri CAB und Benson Elliot. 120 Mio. Euro war Adler die Mehrheit der Anteile (94,9%) an dem Projekt wert.

Auf den vier Baufeldern der Wasserstadt stehen inzwischen die Rohbauten von sechs Gebäuden, deren Hülle die Handschrift von vier verschiedenen Architekturbüros tragen werden. Im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs waren Cramer Neumann Architekten, das Büro KSP Jürgen Engel, Zanderroth Architekten und die AFF Gesellschaftschaft von Architekten für jeweils eines der vier Baufelder ausgewählt worden. Gebaut werden 498 Mietwohnungen und 203 Micro-Apartments sowie eine Kita. In den Erdbereichen der Gebäude werden Flächen für Läden, Cafés und Restaurants geschaffen. Insgesamt werden 72.000 m2 Bruttogrundfläche gebaut.

Herzstück der Wasserstadt Mitte ist der denkmalgeschützte Kornversuchsspeicher. Das Monument steht am Ufer des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals und soll im Zuge der Entwicklung des Quartiers saniert und zum Ausstellungs- und Veranstaltungsort umgebaut werden. Zusammen mit dem Kunstcampus im Süden der Europacity könnte der Speicher zum kulturellen Anker des Stadtviertels werden und dem Quartier aus der Retorte ein Stück Identität verleihen. Denn während der Regierende schon von "urbaner Lebendigkeit" und "atmosphärischer Wasserlage" spricht, muss all das erst noch entstehen, wenn die Bauarbeiter das Feld geräumt haben.

Auch das Quartier Heidestraße (QH) soll in ein paar Jahren "ein lebendiger Ort werden, an dem Menschen sich wohlfühlen", sagt Thomas Bergander, Geschäftsführer der Taurecon Real Estate, die das Areal westlich der Heidestraße entwickelt. Zum Herzstück in diesem Viertel hat Bergander das Gebäude QH Core erhoben, für das jetzt der Grundstein gelegt wurde. Der von Robertneun Architekten entworfene vierseitige rote Ziegelbau umrahmt einen großzügigen Innenhof, der Ruhe vom Lärm der stark befahrenen Heidestraße und der Bahntrasse auf der gegenüberliegenden Seite verspricht.

Im Erdgeschossbereich an den Außenseiten des Gebäudes werden, wie in der Wasserstadt Mitte, Räume für Geschäfte und Gastronomie mit insgesamt 5.560 m2 Mietfläche entstehen. In den Etagen darüber sind 165 Wohnungen mit 12.220 m2 Mietfläche geplant und auf knapp 11.000 m2 Büros. "Neue Berliner Mischung" nennt Michael Müller diesen Mix in Reminiszenz an das Nebeneinander von Wohnen, Gewerbe, Handel und Gastronomie, der in Berlin Tradition hatte. Davon abgesehen, dass in der neuen Berliner Mischung keine Handwerksbetriebe und Kleingewerbe mehr vorkommen, könnte im Quartier Heidestraße künftig fast alles so sein wie eh und je. Und damit nicht nur wohlhabende Berliner künftig im QH residieren, sondern auch weniger betuchte Bürger der Stadt sich dort eine Wohnung leisten können, werden 25% der im gesamten 920 im QH-Projekt geplanten Einheiten als geförderter Wohnungsbau realisiert. Das gesamte QH mit fast 270.000 m2 BGF soll 2023 fertig sein. Das Herzstück schon Mitte 2020.

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