Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen
Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Märkte | 27.09.2018

Aus IZ39/2018, S. 2

Von Christoph von Schwanenflug

In diesem Artikel:

Schlechte Räume machen schlechte Laune

Innerstädtische Einkaufszentren wollen Erlebniswelten sein, sind aber oft nicht einmal richtige Räume, kritisiert IZ-Redakteur Christoph von Schwanenflug.

Südring-Center in Paderborn, Börde Park in Magdeburg, Famila Einkaufsland Wechloy in Oldenburg: Diese Einkaufszentren sind keine Schmuckstücke der Handelsarchitektur, aber sie stehen jedes Jahr beim Shoppingcenter Performance Report (SCPR) auf den vorderen Plätzen. Auf der anderen Seite bekommen viele innerstädtische Center von den Mietern nur unterdurchschnittliche Bewertungen.

Eine Erklärung für dieses Phänomen liegt auf der Hand. In den meist eingeschossigen Quadratisch-Praktisch-Gut-Centern am Stadtrand macht der Handel gute Umsätze bei auskömmlichen Mieten. In den mehrgeschossigen City-Malls sind die Kosten für den Handel (Mieten, Rolltreppen, Beiträge für Werbegemeinschaft etc.) in der Regel deutlich höher, die Mehrkosten werden durch die Mehrumsätze aber nicht wettgemacht. Ergo sind die Mieter wirtschaftlich weniger zufrieden.

Das schlechtere Abschneiden der Innenstadtcenter hat aber nicht nur mit der schlechteren Miet-Umsatz-Relation zu tun. Die Probleme liegen tiefer. Innerstädtische Einkaufszentren geben z.B. gerne vor, Erlebniswelten zu sein, oft sind sie aber nicht einmal richtige Räume. Eingänge ohne repräsentativen Charakter, niedrige Decken, fehlende Ein- und Ausblicke, geschmacklose Fassaden, ein fehlender Sinn für Proportionen, ein insgesamt gedrücktes Raumgefühl. Viele Fehler der Nachkriegs-Warenhäuser haben Centerentwickler in der Innenstadt wiederholt.

In einer Stadt müssen sich Centerentwickler viel mehr Gedanken darüber machen, wie Räume auf Menschen wirken, denn in der Stadt empfindet sich der Mensch viel stärker als soziales Wesen. Es geht nicht nur darum, Läden zu vermieten, sondern kommunikative Stadtinnenräume zu schaffen. Die Mallbereiche müssen darum mehr sein als Zugangsflächen für Geschäfte. Neuere Entwicklungen wie die Eingangshalle im Marstall Ludwigsburg, die ein quasi öffentlicher Raum ist, gehen in diese Richtung. Gelungene Räume sind per se aber noch kein Garant für ein erfolgreiches Einkaufszentrum, sonst wäre die Zeilgalerie in Frankfurt wohl niemals abgerissen worden.

Welche Anziehungskraft von Stadtinnenräumen ausgeht, zeigt das Sony-Center in Berlin. Warum sitzen dort immer so viele Menschen? Das Sony-Center bietet eigentlich gar nicht viel, nur einen der besten überdachten öffentlichen Räume in Berlin. Jeder Centerentwickler, der einen urbanen Beitrag leisten will, sollte eine Weile an diesem Ort verbringen und die erhebende Plaza auf sich wirken lassen.

Legende:

  • Haus
  • Straßenabschnitt
  • Wohnquartier
  • Ortsteil
  • Ort
  • Bundesland / Land
  • Projekt

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!