Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen
Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Unternehmen | 20.09.2018

Aus IZ38/2018, S. 13

Von Lars Wiederhold

In diesem Artikel:

Tattersall ist im Schnellboot unterwegs

Urheber: manuel frauendorf fotografie
Das Wohn- und Geschäftshaus Markgrafenstraße 36 in Berlin zählt zu den von Tattersall Lorenz verwalteten Immobilien.

Urheber: manuel frauendorf fotografie

Tattersall Lorenz zählt nicht zu den größten Property-Managern in Deutschland. Gerade darin sieht Geschäftsführerin Susanne Tattersall aber die große Chance, auch gegen die Umsatzgrößen der Verwalterbranche anzukommen. Für viele Kunden sei nicht mehr der Preis, sondern die Qualifikation der Mitarbeiter das entscheidende Kriterium bei der Vergabe von Aufträgen.

Für Susanne Tattersall, Geschäftsführerin von Tattersall Lorenz, war es ein "Ritterschlag", als sich Union Investment Real Estate (UIRE) vor wenigen Wochen entschied, ihr Unternehmen als einen von vier Property-Managern für ein insgesamt 150 Gewerbeimmobilien umfassendes Portfolio auszuwählen (siehe "UIRE vergibt Großauftrag an vier Verwalter", IZ 32/18). Zuvor teilten die drei Dienstleister Apleona, Strabag Property and Facility Services (PFS) und B&L Property Management das Portfolio unter sich auf. Sie mussten nun 23 Immobilien in der vor allem Hessen und Nordrhein-Westfalen umfassenden Region Mitte an Tattersall Lorenz abgeben. "Wir sind die einzigen Neuen im Bunde", sagt Tattersall. Zuvor musste sich das Unternehmen in mehreren Impulsworkshops beweisen. "Es ist wichtig, dass nicht nur Geschäftsführer den Unternehmensspirit vermitteln können." Bei den Workshops setzte das Team auf lebendige Vorträge statt auf dröge Powerpointpräsentationen. Offenbar mit Erfolg: UIRE erhofft sich nach eigener Auskunft vom Unternehmen eine besonders ausgeprägte Kundennähe.

Dass sich der inhabergeführte Property-Manager mit Hauptsitz in Berlin gegen zahlreiche Mitbewerber in der Ausschreibung durchsetzen konnte und für UIRE neben Umsatzgrößen wie Apleona tätig ist, schreibt Tattersall u.a. den im Vergleich zu Konzernen kürzeren Entscheidungswegen im mittelständischen Unternehmen zu. Als eine Art "Schnellboot" könne das Unternehmen sehr flexibel auf die Anforderungen der Kunden reagieren, z.B. bei den verwendeten IT-Systemen. Dabei scheue der Dienstleister keine Investitionen in die Anpassung der Software sowie in die Schulung der Mitarbeiter.

Deren Qualifikation spiele für die Kunden eine zunehmend wichtige Rolle, ist die Geschäftsführerin überzeugt. "Uns wurde, nachdem wir eine Ausschreibung gewonnen hatten, schon öfter gesagt, dass wir nicht der günstigste Anbieter waren", berichtet sie.

Entscheidend sei für die Auftraggeber weniger die Frage, wie viel ein Dienstleister insgesamt verlangt, als der Punkt, dass er für sein Geld eine hohe Mitarbeiterqualifikation biete. Auch die Pro-Kopf-Umsätze eines Dienstleisters seien für die Kunden interessant. Tattersall arbeitet wenig mit Werkstudenten. Die Mitarbeiter haben überwiegend eine kaufmännische Ausbildung absolviert und dann noch ein immobilienwirtschaftliches Studium draufgesattelt. Andere haben einen technischen Hintergrund. 80% der Mitarbeiter im technischen Segment (in absoluten Zahlen: 25 Mitarbeiter) verfügen über einen Ingenieurstitel.

Der Personalbestand von Tattersall Lorenz hat sich in den vergangenen vier Jahren verdoppelt. Zwischen 2014 und 2017 stieg er von 60 auf 80 Mitarbeiter. 2018 kamen dann weitere 40 hinzu. Um den Unternehmensgeist und flache Hierarchien zu erhalten, will es Tattersall mit der weiteren Expansion aber nicht übertreiben. "160 bis 180 Mitarbeiter sind die Schallgrenze." Damit ließe sich der deutsche Markt gut abdecken.

Um die qualifizierten Mitarbeiter zu halten, zahle das Unternehmen "gute Gehälter", deren Sätze deutschlandweit auf demselben Niveau liegen. Zudem können die Mitarbeiter mit ihrem mobilen Endgerät von unterwegs oder auch von zu Hause aus arbeiten. Die Arbeitszeiten sind wie der Arbeitsort flexibel. "Bei uns muss niemand seine Zeit absitzen", sagt Tattersall. Wer bei flexiblen Arbeitsplatzmodellen nicht performe, tue dies auch nicht an seinem Büroarbeitsplatz.

Des Weiteren beteiligt sich Tattersall Lorenz an diversen Sportveranstaltungen der Immobilienbranche, wie z.B. an der Radtour Expobike oder am Expolauf. Die Mitarbeiter dürfen auch ihre Hunde ins Büro mitbringen. Zuletzt hat Tattersall Lorenz für das Personal einen digitalen Kühlschrank angeschafft, der sich per Firmenkreditkarte öffnen lässt und eigenständig Nahrungsmittel nachbestellt, wenn etwas verbraucht ist.

"Das Unternehmen hat sich stark gewandelt", sagt Tattersall. Deshalb sei es wichtig, die Mitarbeiter in Workshops auf Veränderungen einzustellen. Zum Firmensitz in Berlin kamen Niederlassungen in Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt (zwei Standorte) und Stuttgart hinzu. Für den UIRE-Auftrag sind Düsseldorf, Frankfurt und Berlin zuständig. Insgesamt betreuen die Mitarbeiter bundesweit 348 Immobilien mit 2,6 Mio. m² Mietfläche und einem Wert von 3 Mrd. Euro.

Während die meisten Property-Manager ihre Schwerpunkte bei Büro- oder Wohnimmobilien haben, verteilt sich das Geschäft bei Tattersall Lorenz jeweils zu einem Drittel auf die Assetklassen Light Industrial, Einzelhandel und Büro. Tattersall achtet darauf, dass die Verteilung so bleibt. "Wir wollen kein Schwerpunktverwalter sein."

Dass auch viele Light-Industrial-Objekte dabei sind, ist historisch bedingt. Das Unternehmen ist ursprünglich aus einer 1997 gegründeten Eigenbestandsverwaltung für Industrieimmobilien entstanden. "Daher kommt auch unsere technische Brille", erklärt Tattersall. Sie sieht ihr Unternehmen als "Property-Manager Plus" an der Grenze zum Asset-Manager. Neben den klassischen Verwaltungsleistungen übernimmt der Dienstleister u.a. die Buchhaltung von Objektgesellschaften bis zur Umsatzsteuervoranmeldung, erbringt das technische Property-Management, steuert Projekte und ist für die Vermietung der Immobilien zuständig. "Wir arbeiten gerne mit den Asset-Managern auf Augenhöhe", sagt Tattersall.

Legende:

  • Haus
  • Straßenabschnitt
  • Wohnquartier
  • Ortsteil
  • Ort
  • Bundesland / Land
  • Projekt

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!