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Unternehmen | 20.09.2018

Aus IZ38/2018, S. 11

Von Harald Thomeczek

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Karlsruhe
  • Projekte:
    Ikea Karlsruhe
  • Unternehmen:
    IKEA, Familie Mann
  • Organisationen:
    Universität Leipzig
  • Personen:
    Gerd Hessert, Johannes Ferber
  • Immobilienart:
    Laden-/Geschäftsflächen, sonstige Center (grüne Wiese), Logistik

Ikea liebäugelt mit Warenhausstandorten

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Harald Thomeczek
Expansionsleiter Johannes Ferber trug seinen Teil zum Festakt anlässlich der Grundsteinlegung in Karlsruhe bei.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Harald Thomeczek

Mit der beschlossenen Fusion von Karstadt und Kaufhof bricht vielerorts die Furcht vor Warenhausschließungen aus. Johannes Ferber, Immobilienchef von Ikea in Deutschland, sieht in möglichen Standortaufgaben eine Chance - für Ikea.

Die Einrichtungskette hat sich hierzulande vor kurzem von der grünen Wiese verabschiedet. Stattdessen wollen die Schweden an die Innenstädte heran- oder gar in die Citys vorrücken. Genau dort sind Karstadt und Kaufhof längst. Vor allem angesichts der Vielzahl von Doppelstandorten - Standorten also, wo sich die Warenhausketten direkt Konkurrenz machen - wird schon lange spekuliert, welche Filialen geschlossen werden könnten, wenn sich beide zusammenschließen. Gerd Hessert, Professor für Handelsmanagement an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig, etwa zählt 62 echte Doppelstandorte in 27 Städten. Die werden kaum alle auf Dauer überleben.

Insbesondere dort, wo Mietverträge auslaufen, könnte aus den Spekulationen über kurz oder lang Realität werden. Bei Ikea verfolgt man das Treiben von Hudson's Bay und Signa, den fusionswilligen Eigentümern von Kaufhof und Karstadt, offenbar aufmerksam: "Ich sehe durchaus Möglichkeiten, wenn Warenhäuser auf den Markt kommen", sagte Ferber der Immobilien Zeitung dieser Tage am Rande der Grundsteinlegung für eine neue Ikea-Filiale in Karlsruhe. Offen zeigt sich Ferber in diesem Zusammenhang auch dafür, Handelsflächen in Bestandsgebäuden von Dritten anzumieten.

Dies wäre ein Novum. Bislang baut Ikea seine Möbelhäuser selbst und behält diese auch im Eigentum: "Mit Karlsruhe sind es 54 Filialen mit rund 2 Mio. m² Gebäudefläche und ca. 1,5 Mrd. Euro Assets under Management", zählt Ferber auf. Um Projektentwicklungen zu realisieren, unterhält Ikea eine Immobilienabteilung mit rund 80 Mitarbeitern: Grundstücksakquisiteure und Planer, Projektentwickler und Baufachleute ebenso wie Facility-Manager und Experten für den Innenausbau.

Das neue Haus in Karlsruhe wird auf dem Gelände einer ehemaligen städtischen Mülldeponie aus den 1930er Jahren errichtet. Der Neubau entsteht an der Durlacher Allee 97 - und damit in unmittelbarer Nachbarschaft zum Möbelhaus XXXL Mann Mobilia -, ca. 2 km von der Innenstadt entfernt, hat eine Haltestelle für je zwei Straßen- und S-Bahn-Haltelinien direkt vor der Tür und ist auch ans regionale Radwegenetz angebunden.

Das Areal, auf dem in Karlsruhe gebaut wird, misst rund 3 ha - in etwa nur ein Drittel so viel wie ein Grundstück für eine herkömmliche Ikea-Filiale. Damit trotzdem nicht bei der Verkaufsfläche gespart werden musste - diese wird 25.500 m² betragen -, baut Ikea in die Höhe, Möbelausstellung und Markthalle werden auf derselben Ebene untergebracht. Darunter, im Erdgeschoss, finden sich der Abholbereich, das Warenlager und die Kassen. Obendrauf kommen die Parkdecks. Diese Bauweise sei vergleichsweise teuer, erklärt Ferber. Hinzu kämen die gestiegenen Baupreise. Summa summarum ergeben sich so Baukosten von über 1.000 Euro/m² Bruttogrundfläche (BGF). Bei einem Standardhaus sind es ca. 700 bis 800 Euro/m². Das gesamte Investitionsvolumen in Karlsruhe beziffert Ikea auf rund 80 Mio. Euro. Das Grundstück erwarb Ikea von der Familie Mann.

Die kleinste Ikea-Filiale in Deutschland hat 13.000 m² Verkaufsfläche. Der weltweit erste Citystore von Ikea, der 2014 in Hamburg-Altona eröffnete, bringt es auf 18.000 m². Für die künftige Expansion in Innenstadtlagen kommt Ikea mit Verkaufsflächen von 5.000 m² bis 15.000 m² aus, so Ferber. Die ersten Testballons mit solchen "Customer Meeting Points", in denen die Kunden Waren in Augenschein nehmen und sich beraten lassen, aber nicht mehr unbedingt mit nach Hause nehmen sollen, sollen in den nächsten drei Jahren steigen.

"Für unsere Pilotprojekte konzentrieren wir uns auf Berlin. Damit haben wir uns in den letzten Monaten intensiv beschäftigt." In der Hauptstadt will Ikea in der City und den Bezirken mehrere Showroom-Filialen eröffnen. Kunden, die dort einkaufen, sollen von den vier bestehenden Ikea-Möbelhäusern in Berlin aus beliefert werden. In Altona dagegen können Kunden noch sämtliche Waren mit dem Auto mitnehmen.

Schrumpfen die Filialen, werden Verteilzentren wichtiger: Ikea will 300 Mio. bis 400 Mio. Euro in die Hand nehmen, um ein Netz aus sechs bis neun Distributionszentren über das Land zu spannen. Eine Projektentwicklung ist bereits abgeschlossen: Am 2. Oktober eröffnet Ikea ein Verteilzentrum zwischen Bremen und Hamburg. Von dort aus sollen Kunden im norddeutschen Raum beliefert werden. Auf der Suche ist das Unternehmen laut Ferber derzeit noch im Rhein-Main-Gebiet, in Stuttgart, Berlin und München nach Grundstücken für eigene Projektentwicklungen oder Bestandsimmobilien, die man gern kaufen würde. Bestehende Distributionszentren in Berlin und München sind angemietet.

Homeparks will Ikea in Deutschland nicht mehr bauen. Solche Fachmarktzentren, die das Angebot eines Ikea-Einrichtungshauses ergänzen, passen nur auf die grüne Wiese. Letztes Jahr kaufte Pradera von Ikea Centers ein Portfolio mit 17 Homeparks (ohne das zugehörige Ikea-Haus), darunter zehn in Deutschland. Damit stehen nur noch zwei Homeparks in Deutschland im Eigentum von Ikea Centers: in Saarlouis und Essen. Für die verkauften Objekte wurde mit Pradera ein Mitspracherecht bei Neuvermietungen vereinbart: Spielhöllen oder Sexshops als Nachmieter? Nicht mit Ikea!

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