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Digitales | 13.09.2018

Aus IZ37/2018, S. 16

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Inreal
  • Personen:
    Enrico Kürtös
  • Immobilienart:
    Büro

Inreal Technologies will noch internationaler werden

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
Enrico Kürtös hält in seinem Unternehmen wenig von Sonntagsarbeit.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Das Proptech aus Karlsruhe bietet Entwicklern die Möglichkeit, Gebäude im virtuellen Raum dreidimensional zu erleben, noch bevor sie gebaut sind. Nach der Eröffnung des New Yorker Büros nimmt CEO Enrico Kürtös nun die europäischen Auslandsmärkte ins Visier.

Immobilien Zeitung: Herr Kürtös, Ihr Unternehmen Inreal Technologies bietet seit 2011 virtuelle Rundgänge für Bürogebäude an, seit einiger Zeit auch für Wohnimmobilien. Was kommt als nächstes?

Enrico Kürtös: Unabhängig von der Assetklasse sehen wir uns als Technologieschmiede, die dem Immobilienvermarkter einen ganzen Baukasten an digitalen Modulen zur Verfügung stellt: Bildmaterial vom künftigen Projekt, virtuelle Rundgänge und ergänzende Werkzeuge. Für Eigentumswohnungen haben wir zum Beispiel ein Analysetool entwickelt, das festhält, welche Wohnungskonfigurationen von den Kunden im Rahmen der virtuellen Besichtigung bevorzugt werden. Das gibt dem Entwickler wichtige Hinweise für seine Planung.

IZ: Wie steht es um die Akzeptanz von virtueller Realität (VR) bei den Vermarktern?

Kürtös: Ein Makler muss sich im digitalen Zeitalter überlegen, welchen Mehrwert er dem Kunden überhaupt bieten kann. Dazu muss die Branche Gas geben, da ist viel verschlafen worden. Viele haben Angst, angestammte Wege zu verlassen und an der Art, ihr Geschäft zu betreiben, etwas zu verändern, denn bisher hat es ja gut funktioniert. Natürlich kann ein zusätzlicher Einsatz von Technik anfangs Probleme mit sich bringen und ich kenne genug Makler, die die gängigen VR-Brillen unpraktisch finden und daher ablehnen. Ein virtueller Gebäuderundgang auf einem großen Bildschirm funktioniert allerdings genauso gut und darin sieht jeder, dem ich bisher begegnet bin, einen Gewinn. 3D-Rundgänge werden künftig Standard sein, dafür sorgen schon die gestiegenen Ansprüche der Immobiliennutzer.

IZ: Dieses Jahr hat Inreal ein erstes Auslandsbüro in New York eröffnet. Was sind die weiteren Pläne?

Kürtös: Neben New York schauen wir uns derzeit Metropolen im europäischen Ausland an, vor allem London, Paris, Zürich und Wien sind interessant. Wir wollen dort zeitnah starten. Ob wir aber beispielsweise in London im Januar oder erst im März loslegen können, hängt davon ab, wie schnell wir die richtigen Leute vor Ort finden. Die Auslandsbüros kümmern sich nur um Vermarktung und Produktsupport, die Grafiker und Softwareentwickler sitzen alle in unserer Zentrale in Karlsruhe. Hier haben wir unsere Kollegenzahl deutlich aufgestockt, im Moment sind 27 zusätzliche Stellen budgetiert. Ab März 2019 ziehen wir innerhalb der Stadt an eine komplett neue Adresse, auf rund 1.500 m². Dort haben wir Platz für 80 bis 100 Mitarbeiter und den werden wir auch brauchen.

IZ: Softwareentwickler und Grafikspezialisten sind heiß begehrt. Ist es schwierig, die Talente nach Karlsruhe zu locken, wo doch die ganze Proptech-Szene auf Berlin schaut?

Kürtös: Den viel beschworenen Clustereffekt wie im Silicon Valley, bei dem eine große Zahl an Gründern aus einer Branche sich gegenseitig befruchtet, habe ich in Deutschland bisher noch nicht bemerkt. Karlsruhe ist durch seine Technische Hochschule ein wichtiger Innovationsstandort, der gut zu uns passt. In Berlin mag es zwar zahlenmäßig für einzelne technische Berufsbilder mehr Bewerber geben, doch es existieren für sie eben auch mehr passende Stellen. Daher ist die Loyalität insgesamt nicht so ausgeprägt wie bei uns in Süddeutschland. Wichtig ist es, eine Firmenkultur zu bieten, in der sich alle wohlfühlen, dann kommen die Mitarbeiter nicht nur, sondern sie bleiben auch. Sonntagsarbeit habe ich z.B. verboten, das laugt die Leute aus.

IZ: Die Mitarbeiterzahl von Inreal ist seit der Gründung stark gestiegen. Wie halten Sie die Truppe zusammen?

Kürtös: Das Unternehmen sponsert zweimal im Monat ein Lunchroulette, bei dem sich Kollegen aus unterschiedlichen Abteilungen auf zufälliger Basis im Rahmen eines Mittagessens besser kennenlernen können. Das ist für ein so schnell wachsendes Unternehmen wie uns ein sehr wichtiger Aspekt.

IZ: Wo soll das Wachstum noch hingehen?

Kürtös: Ich bin da ganz realistisch, wir sind nicht das neue Google oder Facebook der Immobilienbranche. Aber wir sehen die Möglichkeit, die Vermarktung von Immobilien durch unsere Software weltweit zu verbessern. Das ist eine Aufgabe, die uns auch in den kommenden Jahren noch bestens ausfüllen wird.

IZ: Herr Kürtös, wir danken Ihnen für das Gespräch!

Die Fragen stellte Ulrich Schüppler.

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