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Politik | 13.09.2018

Aus IZ37/2018, S. 2

Von Thomas Porten

In diesem Artikel:
  • Personen:
    Thomas Porten
  • Immobilienart:
    Gewerbe allgemein

Flagge zeigen gegen rechts

Rechte Gewalt wirkt sich auf die Attraktivität von Immobilienstandorten aus. Bislang hält die Branche Probleme eher unter der Decke. Nach den Ereignissen in Chemnitz sollte sie in die Offensive gehen, meint IZ-Chefredakteur Thomas Porten.

IZ
Thomas Porten.

IZ

Die Polizei hätte eher eingreifen und härter durchgreifen müssen. Die Politik vor Ort hätte eher eingreifen und sich eindeutiger positionieren müssen. Die Frage, wie es bis zu den Ereignissen in Chemnitz kommen konnte, hat viele Antworten. Ihnen ist gemein, dass diese Antworten auf andere zeigen: auf die beschwichtigende Landespolitik der letzten Jahre, auf die hetzerische AfD, auf vermeintlich verwirrte Wutbürger. Es ist Zeit, den Finger einmal in die andere Richtung zu schwenken, nämlich auf sich selbst. Das gilt für den Einzelnen, das gilt für die Immobilienbranche. Wenn Immobilienunternehmen es nicht schon aus gesellschaftlicher Verantwortung heraus tun wollen, so wenigstens aus wirtschaftlichem Interesse. Hauptsache sie tun es.

Rechte Politik ist in Deutschland nichts Neues. DVU, NPD, Republikaner - eine ganze Reihe von Parteien geisterte in den letzten Jahren durch den braunen Nebel. Die Demokratie kann das gut verdauen. Rechte Straftaten sind in Deutschland auch nichts Neues. Sie reichen von Hakenkreuzschmierereien bis hin zum Mord. Über Ersteres wird meist unangenehm berührt hinweggesehen. Bei Zweiterem sind öffentliche Wut und Trauer sehr groß. Doch dann wird zur Tagesordnung übergegangen, die Tat gerne als von verwirrten Einzeltätern begangen abgetan.

In Chemnitz war einiges anders. Hier verbündeten sich einzelne radikale rechte Gruppen miteinander und marschierten dann mit Politikern und Bürgern gemeinsam. Wer dabei an die SA denkt, die in den 30er Jahren den Einzug der Nationalsozialisten in die Parlamente auf den Straßen begleitete, denkt nicht in die falsche Richtung.

Was geht das die Immobilienbranche an? Zunächst einmal geht es jeden Demokraten an. Aber auch jeden Kaufmann, denn im Ausland wird die Entwicklung genau verfolgt. Wie unsere aktuelle Titelgeschichte zeigt, hat dabei nicht nur Chemnitz Blessuren bekommen, sondern der Standort Deutschland insgesamt. Der Anteil ausländischer Käufer macht bei hiesigen Wohninvestments über 20% aus, bei Gewerbeinvestments über 40% des Transaktionsvolumens, das nur mal für den Hinterkopf.

Bislang hat sich die Branche öffentlich weitgehend weggeduckt, sie will mit dem unappetitlichen Thema nicht in Verbindung gebracht werden. Diese Einstellung sollte sie vielleicht überdenken. Wäre das nicht eine wunderbare Gelegenheit, das ja nicht gerade berauschende Image der Immobilienbranche etwas aufzupolieren? Aus gesellschaftlicher Verantwortung oder wie gesagt wenigstens aus wirtschaftlichem Interesse.

Lesen Sie hierzu auch den Kommentar "Chemnitz überschreitet eine Grenze".

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