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Unternehmen | 06.09.2018

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Aus IZ36/2018, S. 4

Von Peter Maurer

In diesem Artikel:

Dorint kämpft ums Vertrauen

Urheber: Peter Maurer
Dorint-Macher Dirk Iserlohe ist stolz, dass die Hotelkette die Krise hinter sich hat.

Urheber: Peter Maurer

Nach eineinhalb Jahrzehnten Krise ist die Insolvenzgefahr bei Dorint gebannt. Während der Ruf der Hotelkette bei Gästen relativ unbeschadet durch die Krise gekommen ist, hat er bei Investore [...]

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Die Dorint-Story

1959. Werner Dornieden gründet Dorint. Der Name steht für Dornieden International. 1975. Dorint ist in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Der Immobilieninvestor Dr. Herbert Ebertz übernimmt zusammen mit Kölner Freunden und Hoteldirektoren die aus sechs Häusern bestehende Kette, damit ihm sein Pächter in einem wichtigen Projekt nicht wegbricht. Später wird er Hauptanteilseigner. 1975-2001. Dr. Ebertz & Partner steigt zum größten deutschen Initiator von geschlossenen Immobilienfonds auf. Mit 4,7 Mrd. Euro hat niemand anders mehr Eigenkapital eingeworben als Ebertz und seine Partner Karl Bartel und (seit 1997) Dirk Iserlohe. Das Unternehmen investiert insgesamt knapp 9,2 Mrd. Euro in Büros, Einkaufszentren, Pflegeheime, aber vor allem in Dorint-Hotels. Dorint wächst so auf über 90 Hotels im In- und Ausland. Dabei werden Pachten für manche Projekte zu optimistisch angesetzt. 2001. Die hohen Pachten belasten Dorint, insbesondere ostdeutsche Hotels erweisen sich als Fehlinvestitionen. Die Wirtschaftskrise bringt Dorint endgültig in Not. Internationale Hotelkonzerne buhlen darum, sich an Dorint zu beteiligen. 2002. Ebertz entscheidet sich für den französischen Hotelkonzern Accor, da er als einziger bereit ist, in die Pachtverträge der Fonds einzusteigen. Accor erhält 30% der Dorint-Anteile, die Hotels bekommen eine Accor-Co-Marke und die Anleger müssen auf Druck von Accor auf einen Teil der Pachten verzichten. 2007. Die Partnerschaft funktioniert nicht. Die Partner trennen sich und Dorint wird aufgeteilt: Accor erhält über 50 Hotels, darunter viele der besser laufenden. Die restlichen 41 Häuser kommen in die Neue Dorint, die von Accor rund 50 Mio. Euro als Startkapital erhält. 2007/2008. Zum Jahreswechsel übernimmt Iserlohe im Rahmen eines Generationswechsels zusammen mit einem Investorenklub mit der E&P Holding sowohl das Fondsgeschäft als auch Dorint von Ebertz und Bartel. 2008. Die Finanzkrise bringt Dorint erneut in schwere Not. Die Anleger zahlreicher Fonds müssen auf Teile der Pachten verzichten, um Dorint zu retten. 2009-2012. Der deutsche Hotelmarkt hat sich erholt, doch Dorint macht weiter hohe Verluste. Für 2012 weist die Dorint-Bilanz einen Rekordverlust von 17,4 Mio. Euro aus. Das Startkapital ist fast aufgebraucht und Dorint wackelt wieder. 20. Dezember 2012. Dorint übernimmt von Accor sechs Verlusthotels, die E&P-Fonds gehören. Dafür erhält Dorint von Accor weitere 43 Mio. Euro. 2013-2016. Der Plan, die neuen Hotels unter der deutschen Marke Dorint besser zu führen als die Franzosen, geht nicht auf. Beim Konzernabschluss 2014 steht erneut ein hohes Minus von 15,5 Mio. Euro. Dorint trennt sich von Verlusthotels. Ende 2016. Es droht erneut das Geld auszugehen. Iserlohe gründet die Honestis AG und wirbt für sie bis Mitte 2018 126 Mio. Euro an Kapital ein. Honestis übernimmt von E&P Dorint und das Fondsgeschäft. 2017. Dorint macht wieder Gewinn: Nach Steuern steht ein Plus von 3,7 Mio. Euro. Peter Maurer