Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen
Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Politik | 06.09.2018

Aus IZ36/2018, S. 2

Von Frank Wojtalewicz

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Bundesregierung Deutschland
  • Personen:
    Frank Wojtalewicz
  • Immobilienart:
    Wohnen

400 Mrd. Euro für 1,5 Mio. Wohnungen

Milliardenzuschüsse für den Bau der in Deutschland benötigten zusätzlichen Wohnungen klingen gut - sind aber viel zu schwach kalkuliert. Frank Wojtalewicz, Geschäftsführer d.i.i. Deutsche Invest Immobilien, macht den Realitätscheck.

IZ
Frank Wojtalewicz.

IZ

Es gibt Rechenaufgaben, die haben es in sich. Derzeit brauchen wir in Deutschland 1,5 Mio. Wohnungen. Das ist viel und hört sich doch entspannt an. Anderthalb Millionen ist eine gebräuchliche Zahl, die sich die meisten Menschen in unserer Gesellschaft irgendwie noch vorstellen können.

Die Bundesregierung weiß hingegen, dass 1,5 Mio. Wohnungen eine sehr große Zahl sind. Sie hat daher für den Wohnungsneubau Geld in Aussicht gestellt: mindestens 2 Mrd. Euro. Milliardenbeträge hören sich in den Ohren der meisten Menschen schon deutlich gewichtiger an und lassen sich in einem späteren Wahlkampf entsprechend gut verwenden. Rasch tritt die Zahl 1,5 Mio. in den Hintergrund.

Nun aber rechnen wir die Aufgabe: Seien wir wohlwollend und setzen 2,5 Mrd. Euro Förderung an. Diese 2,5 teilen wir durch 1,5 Mio. Wohnungen. Das macht 1.666,67 Euro pro neu gebaute Wohnung an staatlicher Unterstützung. Das sind durchschnittlich 0,65% der Kosten einer Wohnung. Damit werden wir das ehrgeizige, im Koalitionsvertrag vereinbarte Ziel, bis zum Jahr 2021 1,5 Mio. Wohnungen zu bauen, mit aller Deutlichkeit verfehlen.

Wir brauchen eine Förderung ganz anderer Qualität und ganz anderen Ausmaßes. Anderthalb Millionen Wohnungen kosten in etwa 400 Mrd. Euro. Vielleicht schafft man es für 350 Mrd. Euro, angesichts der allgemeinen Verschlepperitis der deutschen Verwaltung tendiere ich eher dazu, von 450 Mrd. Euro zu sprechen. Uns ist allen bewusst, dass die Bundesregierung ein Infrastrukturprogramm mit einer derart massiven finanziellen Unterstützung des Wohnungsneubaus nicht wird auf die Beine stellen können. Den Großteil der 400 Mrd. Euro wird die Immobilienwirtschaft investieren müssen. Deutsche und internationale, private, semiprofessionelle und institutionelle Investoren brauchen Sicherheit und Verlässlichkeit im deutschen Markt, um ihr Geld den deutschen Neubauprojekten zur Verfügung zu stellen.

Umso wichtiger aber ist es, dass diese Zahl in die Politik und die öffentliche Diskussion eingebracht wird. Denn 400 Mrd. Euro - das ist so eine massive Zahl, dass sie an sich eine politische Wirkung entfaltet. Diese Zahl muss die Benchmark sein, wenn nach dem Sommer Wohnungswirtschaft und Bundesregierung zum Wohngipfel zusammenkommen. Daran werden wir messen, ob die zugesagten gesetzlichen Erleichterungen, Beschleunigungen und Stützmaßnahmen für die Wohnungswirtschaft tatsächlich 400 Mrd. Euro aufwiegen können.

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!