Sie verwenden
iz.de als
Gastnutzer
Alle Leistungen ansehen
Tooltipp
{{counter.remaining}} {{counter.title}}

Sie haben einen Artikel verbraucht

Als registrierter Nutzer können Sie bis zu 10 Artikel pro Monat lesen - kostenfrei und unverbindlich

{{vm.izPaket[vm.user.izPaket].title}}

Ihre Leistungen

Politik | 09.08.2018

Aus IZ32/2018, S. 2

Von Jürgen Steinhauser

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    REA Beteiligung
  • Personen:
    Jürgen Steinhauser
  • Immobilienart:
    Wohnen

Rezepte für sinkende Wohnkosten

Jürgen Steinhauser, Geschäftsführer der REA Beteiligung, fordert von der Politik ein ganzheitliches Programm zur Bewältigung der explodierenden Wohnkosten. Auch die Förderung des Wohnens in der Kleinstadt gehört dazu.

Jürgen Steinhauser.

Soll das Problem der ständig steigenden Mieten gelöst werden, dürfen sich die politischen Akteure nicht allein an den Symptomen abarbeiten. Zwar sind Investitionen für den sozialen Wohnungsbau, die Stärkung des Kündigungsschutzes, die Kappung der Modernisierungsumlage und die Mietpreisbremse kurzfristig wichtig, um die Mieter zu stärken. Mittel- bis langfristig führt jedoch kein Weg daran vorbei, die wahren Ursachen der Krise zu bekämpfen.

Erst muss etwas gegen die explodierenden Baukosten durch die immer strengeren Auflagen unternommen werden. Auf den Prüfstand gehören dabei besonders Maßnahmen im Bereich der energetischen Sanierung, die nach einigen Studien ohnehin unwirtschaftlich und mitunter sogar umweltschädlich sind.

Auch der Spekulation um Baugrund, einer der Hauptgründe der Immobilienkrise, muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Helfen könnte dabei die Einführung einer Steuer auf unbebaute Grundstücke. Das würde die Eigentümer zum Bauen animieren, anstatt wie bisher mit Blick auf weiterhin steigende Preise bewusst auf brachliegendes Bauland zu setzen. Bei der Vergabe von Grundstücken durch die öffentliche Hand sollte wiederum nicht einfach der Höchstbietende den Zuschlag erhalten, sondern Vermieter, die dauerhaft günstigen Wohnraum anbieten.

Ebenfalls wichtig ist die kluge Verwaltung bereits bestehender Immobilien, was kostengünstiger für den Staat, für Investoren und auch für Mieter ist. Besserer Vor-Ort-Service, Sanierung von Leerständen und optische Aufwertung führen dazu, dass es weniger Schmuddelimmobilien gibt und sich die Nachfrage nicht auf wenige Objekte konzentriert. Dabei ist nicht die Rede von Luxussanierungen, sondern von normaler Objektpflege, um die Immobilien für die breite Mittelschicht attraktiv zu machen.

Freilich sind solche Wohnangebote in den Großstädten derzeit aufgrund des starken Wettbewerbs kaum zu realisieren. Die Politik sollte daher einsehen, dass der wachsende Bedarf an bezahlbarem Wohnraum vorerst nur in kleinen und mittelgroßen Orten sowie auf dem Land zu befriedigen ist. Dafür muss das Leben in der Region jedoch parallel wieder attraktiv gemacht werden - etwa durch einen umfassenden Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, von Bildungs-, Kultur- und Freizeitangeboten sowie Kinderbetreuungseinrichtungen und durch die Förderung der lokalen Wirtschaft, um neue Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen.

Weitere kostenfreie Marktberichte finden Sie im IZ-Shop:

In Netzwerken weiterempfehlen

Kostenfrei für Abonnenten

Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland

Unser Service für IZ-Abonnenten:
Alle Zwangsversteigerungen in Deutschland - täglich aktuell, übersichtlich geordnet und kostenfrei!