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Märkte | 02.08.2018

Aus IZ31/2018, S. 2

Von Thorsten Krauß

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Undkrauss Bau
  • Personen:
    Thorsten Krauß
  • Immobilienart:
    Gewerbe allgemein

Woran BIM (noch) scheitert

Dass sich die Techniken des Building Information Modeling (BIM) in Deutschland nicht durchsetzen, liegt an der harten Trennung von Bau und Ausführung, meint Thorsten Krauß, CEO Undkrauss Bauaktiengesellschaft. Er fordert Bauteams à la Niederlande.

Urheber: Josef Fischnaller
Thorsten Krauß.

Urheber: Josef Fischnaller

Bis 2020 sollen nach dem Willen der Bundesregierung alle Bauprojekte des Bundes mit der BIM-Methode realisiert werden. So soll Bauen günstiger, schneller und effizienter werden. Doch es gibt ein massives Problem: Die gesetzlich gewollte fein säuberliche Trennung von Planung und Ausführung, in der der Architekt in vollkommener Autonomie über dem Projekt schwebt, steht in diametralem Gegensatz zum Kern von BIM. Denn das digitale Planen und Bauen mittels eines gemeinsamen Modells bringt vor allem eine neue Kommunikation mit sich. Planer und Ausführende sitzen von der ersten Idee bis zur schlüsselfertigen Übergabe im selben Boot und tragen gemeinsame Verantwortung. Doch die Willenserklärung der Politik, BIM konsequent als verpflichtende Planungsmethode einzuführen, ist nur Schall und Rauch.

Die Vergabeordnung von Bund und Ländern spricht nämlich eine andere Sprache. Leistungen sind in Teil- und Fachlose zu vergeben, die Gewerbeordnung fokussiert sich vor allem auf die Bewahrung mittelständischer Interessen. Damit wird suggeriert: Immer wenn Bauprojekte an Generalunternehmer oder Generalplaner vergeben werden, kommen international agierende Baukonzerne zum Zuge und schaden dem deutschen Mittelstand. Die Realität freilich sieht anders aus. Der deutsche Bausektor ist mehr denn je mittelständisch geprägt. Die fünf größten Bauunternehmen haben zusammen gerade einmal 1% Marktanteil. Zudem ist die Planerzunft in Deutschland ein Flickenteppich mit über 134.000 Architekten, von denen 80% in Kleinstunternehmen agieren. Nur jeder fünfte von ihnen pflegt eine formelle Kooperation mit anderen Büros.

BIM gibt es aber nur mit einem BIM-Manager, also einer koordinierenden Stelle mit finanzieller Ausstattung und Fachkenntnis. Grob geschätzt liegen die Kosten für Einführung und Schulung von BIM-Software bei 100.000 Euro im Jahr. Die meisten Planungsbüros können den Aufwand der Digitalisierung mittelfristig nicht stemmen - 80% von ihnen bestehen aus weniger als fünf Mitarbeitern. Daher sollten Bauunternehmen an ihre Stelle treten. Dann ist es möglich, einen Generalunternehmer als primus inter pares einzusetzen. In den Niederlanden wird dies unter dem Label "Bauteam" seit Jahren erfolgreich praktiziert. Wettbewerbsverzerrung und Mittelstandsfeindlichkeit sehe ich dort aber nicht: Die Baubranche macht in Deutschland fünfmal so viel Umsatz wie in unserem westlichen Nachbarland, die Zahl der Unternehmen ist aber nur dreimal so hoch.

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