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Märkte | 05.07.2018

Aus IZ27/2018, S. 20

Von Thorsten Karl

In diesem Artikel:

Eine Flut von Hotelprojekten ergießt sich über Nordrhein-Westfalen

Quelle: Novum Hospitality, Urheber: Jürgen Nobel
Nagelneu und frisch eröffnet: Im Januar 2018 ging das niu Cobbles in Essen an den Start.

Quelle: Novum Hospitality, Urheber: Jürgen Nobel

Das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands verzeichnete 2017 gut 32 Mio. Hotelübernachtungen. Klar, dass die Hotelentwickler längst ihre Liebe zu NRW entdeckt haben und planen, was das Zeug hält. Doch nicht jede Großstadt ist bereit für neue Betten.

Die meisten Hotelübernachtungen verzeichnete im vergangenen Jahr der Freistaat Bayern. Das geht aus Unterlagen des Statistischen Bundesamts hervor. Bayern kann dabei vor allem mit seinem Tourismus trumpfen. Auf Rang zwei landet in der Liste der Statistiker 2017 aber Nordrhein-Westfalen - mit einem bemerkenswerten Plus gegenüber 2016.

Um rund 5,2% legten die Übernachtungszahlen in NRW demnach gegenüber 2016 zu. Das ist ein Spitzenwert, der im bundesweiten Vergleich nur von Hessen und dem Saarland (mit jeweils 5,6% Plus) und Bayern (Plus 5,4%) überboten wird. Das bundesweite Schlusslicht ist hier übrigens Berlin mit einem Minus von 0,4%.

Die Wuppertaler Schollen Hotelentwicklung hat nun den nordrhein-westfälischen Markt für das Beherbergungsgewerbe genauer unter die Lupe genommen und stellt fest: In den großen NRW-Städten können die Betreiber mit der Entwicklung zufrieden sein. Doch es gibt auch Ausreißer nach unten und oben.

Absoluter Spitzenreiter in NRW ist das Hotelgewerbe in Köln. Hier wurden im vergangenen Jahr alleine 5,7 Mio. Übernachtungen gezählt (in den Hotels und Hotels garnis - ohne Pensionen und Gasthöfe). Das bedeutet für die Domstadt ein Plus von 9,1% gegenüber den Zahlen von 2016. Die Landeshauptstadt folgt mit Respektabstand und 4,7 Mio. Übernachtungen. Auch das Plus gegenüber dem Vorjahr fällt in Düsseldorf mit 4,7% kleiner aus als in Köln.

Die beiden höchsten Steigerungsraten unter den 15 größten NRW-Städten verzeichneten im vergangenen Jahr Bielefeld (+15,6%) und Duisburg (+11,1%). Die beiden Schlusslichter in der Entwicklung der Übernachtungszahlen waren 2017 Wuppertal (-8,8%) und Krefeld (-4,9%).

Wie genau die Steigerung der Übernachtungszahlen von der Veränderung der Bettenzahlen abhängt, lässt sich nicht belegen. Im Fall von Bielefeld wuchs die Zahl der Hotelbetten in der Stadt um 208, die der Übernachtungszahlen stieg um 63.573 auf 551.554. Damit konnte die Auslastung der ostwestfälischen Hotelzimmer zum ersten Mal innerhalb der vergangenen zehn Jahre auf 45% gesteigert werden. Dabei stieg der Anteil ausländischer Hotelgäste in Bielefeld von 18% auf 20%.

Eine ähnlich parallele Steigerung der Übernachtungszahlen und der neuen Hotelbetten gab es in Duisburg: Hier wuchs das Angebot um 330 Betten, das Plus bei den Übernachtungen lag bei 33.036. Damit kam die Stadt an Rhein und Ruhr auf insgesamt 363.924 Übernachtungen im vergangenen Jahr. Keinerlei Veränderungen gab es hingegen beim Anteil ausländischer Hotelgäste in Duisburg. Er lag auch im vergangenen Jahr bei konstant 27,6%.

Die beiden Beherbergungs-Hotspots Köln und Düsseldorf spielen in einer anderen Liga als der Rest von NRW. In Köln war zudem erfreulich, dass sich der zuletzt gesunkene Anteil ausländischer Hotelgäste wieder um 9,2% gesteigert hat und nun bei 35,4% liegt. Hier spielt sicherlich das Messegeschäft mit sich nicht jährlich wiederholenden Großveranstaltungen eine Rolle.

Auch die Bettenauslastung in Köln war im vergangenen Jahr hervorragend. Obwohl im Erhebungszeitraum 455 Betten zusätzlich auf den Markt kamen, wurde die Schwelle von 50% Auslastung in der Domstadt überschritten. Das ist nach 2015 im zurückliegenden Jahr erst zum zweiten Mal gelungen - nämlich mit 52,1%. Allerdings ziehen am Kölner Bettenhimmel auch eher düstere Wolken auf, in Form von rund 2.130 Hotelzimmern, die sich aktuell in der Pipeline befinden. Alleine die beiden Großprojekte MotelOne und Adina-Hotel kommen zusammen auf fast 1.000 neue Hotelbetten.

Durchaus positiv ist die Einschätzung der Schollen Hotelentwicklung zum Verlauf des Beherbergungsjahrs in Düsseldorf. Zwar falle hier das Plus nur etwa halb so hoch aus wie in Köln, heißt es, dennoch sei es bemerkenswert, da 2016 die Großmesse drupa stattgefunden habe, deren Besucher 2017 fehlten. "Es könnte unter anderem auch denkbar sein", so mutmaßt die Untersuchung, "dass die außergewöhnliche Performance des großen Bruders am Rhein einen Overflow nach Düsseldorf bewirkte."

Noch kritischer als in Köln sieht hingegen die Pipeline an projektierten Betten in der Landeshauptstadt aus: Mit rund 4.750 zusätzlichen Betten, davon alleine etwa 1.000 rund um den Flughafen, sind die Prognosen für Düsseldorf weniger rosig. Schollen rechnet mit spürbaren Konsequenzen auf die Auslastung und damit auch auf die Entwicklung der Zimmerpreise in Düsseldorf. Leidtragende dürften demnach die Betreiber kleinerer und nicht markengebundener Betriebe sein.

In der Reihenfolge der Übernachtungszahlen folgt auf dem dritten Rang in Nordrhein-Westfalen die Stadt Bonn mit 1,4 Mio. und einem Plus von 3,8%. Hier legte 2017 die Zahl ausländischer Gäste, vor allem durch die UN-Klimakonferenz im November um 48.489 oder 15,1% zu. Gleichzeitig verringerte sich das Angebot um 207 Betten, was unter dem Strich zu einem Plus bei der Auslastung von 47,1% auf 48,3% führte.

Essen erzielte ein überdurchschnittliches Plus von 5,4% und erreichte somit über 1,1 Mio. Übernachtungen im vergangenen Jahr. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich aber auch das Bettenangebot in der Stadt um 364 Einheiten, sodass die Auslastung unter dem Strich eine negative Entwicklung nahm: Statt 41,3% im Jahr 2016 waren es im vergangenen Jahr nur 39,9%.

Weiterhin positiv entwickelte sich Dortmund, das zum zweiten Mal in Folge mit 1,03 Mio. Übernachtungen zum Club der Millionäre gehörte. Ebenfalls positiv veränderte sich der Anteil ausländischer Gäste, der um immerhin 8,9% auf 21.012 gesteigert werden konnte. Mit 1.500 projektierten Hotelzimmern müsste in Dortmund die Zahl der Übernachtungen um 67% gesteigert werden, um das Plus zu kompensieren - ein ambitioniertes Vorhaben.

Auch in Münster gab es Positives zu berichten: Mit einem Plus von 5,2% war der Zuwachs überdurchschnittlich und erreichte gut 834.000 Übernachtungen. Die Zahl ausländischer Gäste stieg um 25,4%. Trotz 253 zusätzlicher Hotelbetten konnten die Betriebe erstmals eine gewichtete Auslastung von 50% melden.

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