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Projekte | 14.06.2018

Aus IZ24/2018, S. 2

Von Joachim Will

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Rietberg
  • Unternehmen:
    ecostra
  • Personen:
    Joachim Will
  • Immobilienart:
    Shoppingcenter

Es ist schade um Rietberg

In Rietberg sollte nach dem Vorbild von Bad Münstereifel ein innerstädtisches Outlet-Center angesiedelt werden, was aber durch ein Bürgervotum verhindert wurde. Das verschreckt private Investoren, meint ecostra-Geschäftsführer Joachim Will.

Quelle: ecostra GmbH
Joachim Will.

Quelle: ecostra GmbH

Mehrheit ist Mehrheit! 54% der Rietberger haben Mitte Mai bei einem Bürgerentscheid dafür gestimmt, dass die Planungen zur Revitalisierung der historischen Altstadt durch ein sog. "City Outlet Center" nicht mehr weiterverfolgt werden. Also kein zweites Bad Münstereifel in Rietberg.

Obwohl alles da war: eine touristisch attraktive Altstadt, ausreichend leer stehende Läden, freie Ergänzungsflächen an den Polen der Hauptgeschäftslage für größere Magnetbetriebe, eine erkennbare Nachfrage von anmietungswilligen Markenherstellern und - last not least - private Investoren, welche bereit waren, ins Risiko zu gehen. Letzteres ist besonders wichtig, denn solche Projekte sind zwar leicht zu konzipieren, aber schwer zu vermieten. Sie sind weder finanzierungsfähig durch klassische Hypothekenkredite noch exitfähig an einen Fonds. Privates finanzielles Engagement ist also unverzichtbar.

Am Anfang gab es einen einstimmigen Stadtratsbeschluss, der ziemlich sicher auch das damalige Stimmungsbild in der Bevölkerung widerspiegelte. Aber solche Entwicklungsmaßnahmen haben lange Planungszeiten. In Bad Münstereifel wurde dies still und heimlich gemacht, in Rietberg offen und transparent. Die Idee war: die Bürgerschaft kontinuierlich zu informieren und mitzunehmen. Offensichtlich hat die Planung aber zu lange gedauert. Die Stimmung ist gekippt und die Bedenken wurden immer lauter. Der örtliche Handel hatte das Projekt unterstützt. Der Widerstand war getragen vor allem durch die Befürchtung von mehr Verkehr und Lärm, von steigenden Mieten und einer nicht gewünschten Veränderung des Charakters der Altstadt.

Das eigentliche Problem liegt aber in der Beispielwirkung dieses Verfahrens. Nahezu sämtliche vergleichbaren Vorhaben an eigentlich geeigneten Standorten sind bislang daran gescheitert, dass privates Kapital kaum aufzutreiben war. Welche Investoren werden zukünftig noch bereit sein, solche Projekte anzugehen, wenn nicht einmal ein einstimmiger Stadtratsbeschluss eine ausreichende Planungssicherheit gibt und so die nicht geringen Vorlaufkosten rechtfertigt?

Es wäre schade, wenn Bad Münstereifel keine Nachahmer fände. Solche Umwandlungsmaßnahmen für Innenstädte müssen, wenn schon nicht die repräsentative, sondern die direkte Demokratie das letzte Wort hat, schon zu Beginn der Planungen durch einen Bürgerentscheid legitimiert werden. Der Aufstellungsbeschluss des Stadtrats bietet für so einen Entscheid eine ausreichende Grundlage und den Investoren Sicherheit.

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