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Märkte | 24.05.2018

Aus IZ21/2018, S. 23

Von Alexander Heintze

In diesem Artikel:
  • Städte:
    München
  • Projekte:
    Bayernkaserne München
  • Unternehmen:
    Stadtwerkschaft München, Zinwo München
  • Organisationen:
    VdW Bayern, Wogeno, FrauenWohnen, Stadtwerke München, Bürgerbauverein München, BuG Bauen und Gemeinschaft, RaumNeuried
  • Personen:
    Elisabeth Merk, Hans Maier, Thorsten Bockmühl, Bernhard Reinhart, Hans Otto Kraus
  • Immobilienart:
    Wohnen

In München bauen jetzt die Genossen

Quelle: WOGENO München eG
Für ihren Neubau in der Fritz-Winter-Straße im Quartier DomagkPark mit 75 Wohnungen bekam die Münchner Genossenschaft Wogeno jüngst den Deutschen Bauherrenpreis 2018.

Quelle: WOGENO München eG

München. Genossenschaftliches Bauen und Wohnen boomt in München. Die Stadt unterstützt die Gemeinschaften mit Grundstücken und will Unternehmen dazu bringen, sich bei den Genossen zu engagieren.

Genossen wohnen günstig. In den 40.000 Genossenschaftswohnungen, die es in München gibt, liegt die Kaltmiete im Schnitt bei etwa 7 Euro/m². Bei neueren Bauten sind es zwischen 9 Euro/m² und 12 Euro/m² und damit deutlich weniger als die fast 16 Euro/m², die bei Neubauten im Schnitt verlangt werden.

Viele Münchner wollen die hohen Wohnungspreise nicht mehr hinnehmen und beleben eine uralte Idee des Wohnungsbaus wieder. Allein in den vergangenen drei Jahren haben sich elf Genossenschaften gegründet. Davor herrschte fast 15 Jahre lang Flaute in diesem Bereich. Insgesamt gibt es in der Stadt mittlerweile rund 50 dieser Selbsthilfeorganisationen.

Eine der neuesten Gründungen ist die Stadtwerkschaft. Die Genossenschaft haben Mitarbeiter der Stadtwerke München gegründet, um vor allem auf dem Grundstück des früheren Trambahn-Areals in der Zschokkestraße etwa 150 Wohnungen zu bauen. Vorstand Thorsten Bockmühl sieht das Engagement der Mitarbeiter auch als Vorbild für andere Unternehmen, das Thema Werkswohnungen selbst in die Hände zu nehmen.

Doch auch etablierte Genossenschaften wie die 25 Jahre alte Wogeno mit ihren mehr als 5.100 Mitgliedern fangen wieder an zu bauen. In den kommenden zehn Jahren will die Genossenschaft ihren Wohnungsbestand auf 1.000 Wohnungen annähernd verdoppeln.

Unter den Neugründungen finden sich auch solche mit speziellem Fokus. Die FrauenWohnen eG hat bereits 117 Wohnungen im Bestand und will weitere 50 bauen. Erklärtes Ziel ist es, Frauen unkündbaren und bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Der Bürgerbauverein München legt Wert auf ökologisches Wohnen und Inklusion, die Zinwo verzichtet komplett auf Fremdkapital, sondern setzt auf Investoren, die für ihr Engagement eine Dividende erhalten. Mit den Kapitaleinlagen werden Mehrfamilienhäuser gebaut, in denen die sogenannten wohnenden Mitglieder einziehen.

Auch alte Hasen sind dabei. Hans Otto Kraus, früher Geschäftsführer der städtischen Wohnungsgesellschaft GWG, und Bernhard Reinhart, Ex-Vorstand der Eisenbahner-Genossenschaft, haben im Ruhestand eine neue Genossenschaft gegründet. Die BuG will zunächst 35 Wohneinheiten auf einem Grundstück in Freiham bauen. Innovativ und experimentell soll es werden, kündigt Kraus an. Denn vielen Genossenschaften fehle der Mut für neue Wohnformen.

Lässt man die großen städtischen Genossenschaften außen vor, sollen zusammengenommen in den kommenden Jahren rund 3.500 Genossenschaftswohnungen in München entstehen. Auch im Umland steigt das Interesse, Genossenschaften zu gründen. In dem Münchner Vorort Neuried plant die RaumNeuried zwischen 35 und 40 Wohnungen.

Das größte Problem sind nach wie vor die fehlenden Grundstücke. "Unsere Unternehmen kommen bei frei verkäuflichen Grundstücken nicht zum Zuge", bestätigt Hans Maier, Chef des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern). In dem Verband sind 458 sozialorientierte Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen, darunter 332 Wohnungsgenossenschaften.

Um diese Wohnform zu fördern, hat die Stadt beschlossen, in den großen städtischen Neubaugebieten 20% bis 40% der Flächen für Genossenschaften und Baugemeinschaften zu reservieren. Diese Grundstücke werden nicht zum höchsten Preis, sondern nach einer Konzeptausschreibung vergeben.

Das größte Projekt entsteht derzeit im neuen Stadtteil Freiham. Dort sind rund 1.000 Genossenschaftswohnungen vorgesehen. Das ist rund ein Viertel der Flächen im zweiten Bauabschnitt. Aktuell läuft die Ausschreibung. Laut Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) werden es die letzten Grundstücke sein, die die Stadt verkauft. Künftig werde die Stadt nur noch Erbbaurechte vergeben.

In dem 5 ha großen Kreativquartier in der Nähe des Leonrodplatzes sind rund 140 Genossenschaftswohnungen vorgesehen. Um die zehn Genossenschaften sollen in der früheren Bayernkaserne tätig werden. Dort ist ein Viertel der Fläche für bis zu 1.300 Genossenschaftswohnungen geplant. Auch in Neuperlach sollen im Zuge der geplanten Nachverdichtung verstärkt Genossenschaften zum Zuge kommen.

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