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Märkte | 01.02.2018

Aus IZ05/2018, S. 2

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:
  • Immobilienart:
    Wohnen, Büro

"Diese jungen Leute ..."

Viele Immobilienmanager meinen genau zu wissen, wie das so ist mit diesen jungen Leuten von heute. Die sind unendlich flexibel und wohnen alle autofrei in der Stadt, erzählen die Manager auf ihren Vorträgen. Ist ihnen das Erwachsenenleben als Thema etwa zu langweilig?

 Quelle: Immobilien Zeitung
IZ-Redakteurin Monika Leykam.

Quelle: Immobilien Zeitung

Projektentwickler und Investoren, selbst meist schon in der zweiten Lebenshälfte angekommen, erklären gerne, wie das so ist mit dieser Generation, die gerade die Hochschulen verlässt und ins Berufsleben drängt. Die sind nämlich ganz, ganz anders als alle vorher. Der eigene Schreibtisch bedeutet ihnen nichts, sie finden es super, sich jeden Morgen einen Platz zu suchen, am besten in einem Großraum zusammen mit vielen anderen jungen Leuten. Langfristig bei einer Firma bleiben wollen sie auch nicht - gerne organisieren sie sich in Projekten, wechseln ihren Standort zwischen Berlin, London und Hongkong, wo eben gerade der aufregendste Job lockt. Gearbeitet wird 24 Stunden lang mobil. Für diese jungen Leute ist die lebenslange Firmenfestanstellung überhaupt nicht mehr interessant, heißt es.

Auch das eigene Auto bedeutet ihnen nichts mehr, sie kommen ja eh mit dem Fahrrad zur Arbeit, denn natürlich wohnen sie in der Innenstadt. Wohnen und Arbeiten wachsen ja immer mehr zusammen, auch das wird in dem Zusammenhang gerne als Megatrend gefeiert. Für "diese jungen Leute" baue man die großen Büropaläste in zentralen Bestlagen, zum innerstädtischen Wohnen werden Mikroapartments zu hunderten entwickelt. Die bieten zwar nur so viel Auslauf wie ein Hasenstall, aber hey: Diese jungen Leute wollen das so. Das wissen sie genau, die Immobilienmanager.

Aber verwechseln sie da nicht Wunsch und Wirklichkeit? Sicher, Berufsanfänger nehmen auch befristete Arbeit in Kauf, wenn sie keine andere bekommen. Ja, sie gehen ins Ausland - weil sich das immer gut im Lebenslauf macht. Auf dem Papier ist so jemand vom Topmanager nicht mehr zu unterscheiden: international erfahren, hochmobil, Stadtwohnung.

Doch aus Mittzwanzigern werden Enddreißiger, aus Projektarbeitern werden Familiengründer, aus radelnden Singles verheiratete (Teilzeit-)Eltern, und leider werden auch nicht alle Hochschulabsolventen Topmanager. Sie verlassen die Innenstadt-WG und suchen sich an der Peripherie mühsam eine Bleibe, die sich die Familie leisten kann - weit weg vom glitzernden Stadtkern. Ohne Auto ist ihr Alltag dann kaum mehr organisierbar. Plötzlich geht es um Pendeldistanz, feste Arbeitszeiten und Kündigungsschutz. Doch davon ist auf den Podien der Immobilien-Vordenker nichts zu hören. Ist ihnen das Erwachsenwerden ihrer Kunden etwa nicht innovativ genug? Bedenke: Auch nicht mehr ganz so junge Leute fragen Büros und Wohnungen nach. Sie verdienen dieselbe Aufmerksamkeit der großen Immobilien-Visionäre.

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