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Projekte | 13.04.2017

Aus IZ15/2017, S. 21

Von Thorsten Karl

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Herford
  • Unternehmen:
    Stadtentwicklungsgesellschaft Hansestadt Herford
  • Organisationen:
    Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), Stadt Herford, Fachhochschule für Finanzen
  • Personen:
    Norbert Landshut, Tim Kähler
  • Immobilienart:
    Wohnen, Einzelhandel, Infrastruktur

Kleine Stadt mit sehr viel neuer Fläche

Quelle: Hansestadt Herford, Urheber: Sarah Liebing-Rath
In die teilweise denkmalgeschützten Kasernengebäude soll unter anderem ein BildungsCampus einziehen.

Quelle: Hansestadt Herford, Urheber: Sarah Liebing-Rath

Herford. Das ostwestfälische Städtchen Herford ist den meisten durch seine Brauerei bekannt. Aktuell jedoch stemmt die Hansestadt ein gewaltiges Immobilienprojekt: Rund 41 ha Konversionsfläche suchen nach dem Abzug der britischen Streitkräfte im Herforder Stadtgebiet nach neuen Nutzungen.

Was tun, wenn einem als mittelgroße Stadt mit rund 66.000 Einwohnern plötzlich 41 ha Fläche zur Verfügung stehen? Das in etwa ist die Fragestellung, mit der sich Herford seit einiger Zeit konfrontiert sieht.

Zunächst einmal hilft ein Blick auf die sozioökonomischen Daten: Herford hat eine langsam, aber stetig wachsende Einwohnerzahl. Es liegt im ostwestfälischen Verdichtungsgebiet, das sich von Gütersloh über Bielefeld und Herford bis Minden erstreckt. Die Arbeitslosigkeit ist gering, die Christdemokraten haben die Mehrheit im Rat und der Bürgermeister ist Sozialdemokrat.

Aus dieser Gemengelage wird schnell klar, dass ohne Konsens wenig zu erreichen ist. Und Konsens bedeutet Arbeit - nämlich möglichst viele Ideen und Vorstellungen unter einen Hut zu bekommen. Bürgermeister Tim Kähler und die im vergangenen Jahr gegründete städtische Entwicklungsgesellschaft (SEH) mit ihrem Geschäftsführer Norbert Landshut entwickelten konkrete Pläne, die wirtschaftlichen Chancen, die aus dem Weggang der Streitkräfte entstehen, zu nutzen. Gleichzeitig forcieren die Verantwortlichen den Umbau des Stadtzentrums, um die Innenstadt für Anwohner und Besucher attraktiver zu gestalten.

Hier wurden im Vorfeld bereits konkrete Pläne eingestielt: Zur Neugestaltung der Innenstadt hat die Kommune bereits 2011 ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept Innenstadt (Isek) beschlossen - eine Art Masterplan, der nun sukzessive umgesetzt wird. Vorgesehen sind die Erneuerung der Fußgängerzone und die Revitalisierung einer leer stehenden Kaufhausimmobilie. Private Projektgesellschaften wollen rund 25 Mio. Euro in die Herforder Innenstadt investieren. Im Frühjahr 2018, so lautet der Plan, soll die Maßnahme abgeschlossen sein.

So weit, so gut. Doch ein großer Teil der Konversionsflächen liegt nicht in der Herforder Innenstadt, sondern östlich davon. Da sich das Modell des Isek in der City bereits bewährt hatte, gründete die Stadt für diese Flächen im vergangenen Jahr ein weiteres, eigenes: "Die Bevölkerung in Herford ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen", berichtet Landshut. "Das wollen wir durch gezielte städtebauliche Entwicklungen für Einzelhandel, Wohnen und Bildung fördern. Basis für die Entwicklung der Konversionsflächen und Aufwertung des Umfelds ist das Isek. Es umfasst rund 140 Einzelmaßnamen und dient der Stadt als Steuerungsinstrument. Zudem wird über das Isek die Beantragung von Fördermitteln koordiniert." Der Zeitrahmen ist weit gesteckt - er umfasst die kommenden zehn bis 20 Jahre.

Quelle: Hansestadt Herford, Urheber: Sarah Liebing-Rath
Durchaus ansehnlich sind einige der Räume in den teilweise denkmalgeschützten ehemals britischen Kasernen.

Quelle: Hansestadt Herford, Urheber: Sarah Liebing-Rath

Konkrete Pläne gibt es bereits für zwei Objekte. Am Stiftberg liegen die Wentworth- und die Hammersmith-Kaserne mit jeweils rund 10 ha Kasernenflächen und zum Teil denkmalgeschützter Bebauung. Flächen zum Wohnen, Studieren und Arbeiten sollen hier geschaffen werden.

Auf dem Gelände der Wentworth-Kaserne wird nach den Vorstellungen der Stadt der BildungsCampus Herford entstehen. Das Entree fördert der Bund im Rahmen des Programms Nationale Projekte des Städtebaus mit 3,4 Mio. Euro. Ziel ist es nun im ersten Schritt, die ersten drei Gebäude der ehemaligen Kaserne umzuwandeln.

Das Offizierskasino soll ein Ort der Begegnung mit angeschlossenem Mensabetrieb werden. Ein Kongresszentrum steht zur Verfügung, ebenso Büroflächen für Bildungs- und bildungsnahe Einrichtungen und Startups. Ihren ersten Erfolg konnte die SEH bereits erzielen. Die NRW-Fachhochschule für Finanzen (FHF) hat sich für eine Dependance am Standort Herford entschieden. Sie wird als erste Hochschule mit einer Zweigstelle in die ehemalige Wentworth-Kaserne ziehen. Der Betrieb soll zunächst mit 160 Studenten starten, langfristig sollen es 400 werden. Die ersten angehenden Akademiker werden bereits am 1. September nach Herford kommen.

Das Areal der Wentworth-Kaserne bietet Platz für rund 1.000 Studierende, Dozenten und weitere Arbeitnehmer. Die Gebäude für die Fachhochschule für Finanzen befinden sich aktuell, wie auch die übrigen Bauten, noch im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Die Stadt hat sich das Erstzugriffsrecht für das Areal gesichert, ebenso für das angrenzende ehemalige britische Wohnquartier Birkenstraße, das parallel mit dem Campus entwickelt werden soll. Insgesamt sind hier 175 Wohneinheiten vorgesehen, darunter 14 Mehrfamilienhäuser, 86 Reihenhäuser und zwei Doppelhäuser.

Auf dem Areal der Hammersmith-Kaserne, nur wenige Gehminuten vom zukünftigen BildungsCampus entfernt, soll ein Wohnquartier inklusive Nahversorgungszentrum entstehen. Geplant sind eine Mischung aus Mehrfamilien- und Reihenhäusern, aber auch alleinstehende Gebäude. Ziel ist es, die Fläche in das vorhandene Umfeld zu integrieren und innovative Quartiersgedanken und Wohnkonzepte zu vereinen. Insgesamt soll neuer Wohnraum für 1.000 Menschen entstehen. Der Kauf des Hammersmith-Areals ist Anfang 2018 geplant.

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