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Politik | 09.02.2017

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Aus IZ06/2017, S. 1

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:

Das Bestellerprinzip spaltet die Immobilienbranche

Quelle: Fotolia.com, Urheber: denis_pc
Selbst innerhalb der Makler-Branche ist das Bestellerprinzip umstritten.

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In knapp acht Monaten ist Bundestagswahl. SPD, Grüne und Linke wollen in der kommenden Legislaturperiode das Bestellerprinzip auch beim Verkauf von Wohnimmobilien einführen. Viele Makler und [...]

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Ein Rechenspiel

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) macht folgende Rechnung auf: Wer in Berlin eine Wohnung für 200.000 Euro kauft, muss alleine für den Makler 14.280 Euro zahlen, hinzu kommen weitere Erwerbsnebenkosten von 16.000 Euro für Notar, Grundbuch und Steuern. Damit schwinde das Eigenkapital des Käufers um satte 30.280 Euro. Nehme man die Kosten für den Makler durch das Bestellerprinzip weg, hätte der Käufer mehr Geld zur Verfügung, selbst wenn der Eigentümer die komplette Courtage auf den Kaufpreis aufschlägt und so die Kosten für Steuer und Notar mitsteigen. In diesem Fall würde das Eigenkapital nur um 17.142,40 Euro durch die Nebenkosten gemindert. Experten wie Michael Neumann, Vorstand des Kreditvermittlers Dr. Klein & Co., jedoch warnen. "Beim Immobilienkauf das Bestellerprinzip zu beschließen und damit auch Verkäufer die Maklercourtage zahlen zu lassen, wäre ein kurzsichtiger Schritt, von dem man nicht zu viel erwarten sollte", sagt der Manager. Der Preis für die Immobilie könnte dadurch steigen - und der höhere Kaufpreis sei nicht mit einem gestiegenen Wert der Immobilie gleichzusetzen. Das heißt konkret: Die Konditionen könnten sich für den Käufer verschlechtern, weil die Banken dem Haus oder der Wohnung in Relation zum Kaufpreis weniger Wert beimessen. Wenn die Preise aufgrund umetikettierter Nebenkosten steigen, sei zu erwarten, dass die Banken den Beleihungsabschlag erhöhen. Wenn sie die gezahlten Kaufpreise für nicht angemessen halten, beleihen sie weniger. Das erhöht den Beleihungsauslauf und damit auch den Zinssatz des Kredits. Ein deutlich stärkerer Hebel sei bei der Grunderwerbsteuer anzusetzen, sagt Neumann: "Die Länder können diesen Satz willkürlich nach oben schrauben, um ihre Länderhaushalte zu finanzieren. Die Politik ist gefordert, vor allem hier Grenzen zu ziehen."