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Märkte | 05.05.2000

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Aus IZ10/2000, S. 7

Von IZ

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Europäische Zentralbank (EZB)
  • Personen:
    Theodor Knepper
  • Immobilienart:
    Büro

Weitere Anhebung der Hypothekenzinsen sehr wahrscheinlich

Da bekanntermaßen alles ein Ende hat, hat sich auch die Tendenz der Zinsentwicklung wieder gedreht: Unser Pfeil auf Seite 1 weist wieder nach oben. Allerdings veränderten recht wenige Hypothekenban [...]

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Die Zinsprognose von Theodor Knepper, stv. Vorstandsmitglied der Bayerischen Handelsbank

Wie vielerorts erwartet, hat die Europäische Zentralbank (EZB) am 27. April zum dritten Mal in diesem Jahr den Respo-Zinssatz um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75% erhöht. Waren bei den vorangegangenen Zinsschritten die sich abzeichnende steigende Inflationsgefahr und insbesondere der Signalcharakter auf die Tarifparteien in Deutschland ausschlaggebend, so scheint diesmal allein die Sorge um den Außenwert des Euro maßgeblich.

Die rasante Talfahrt der gemeinsamen Währung wird aber mit dieser Maßnahme kaum zu stoppen sein. Zumal man davon ausgehen muß, daß auch die amerikanische Zentralbank aufgrund der anhaltend starken Konjunktur in den USA im Mai die Zinsen erhöht und somit der alte Abstand wieder hergestellt sein wird. Deutlich werden auch die Grenzen der Möglichkeiten einer Notenbank, die zwar den inneren Wert einer Währung auf Dauer stabilisieren kann, aber nur einen begrenzten Einfluß auf ihren Außenwert hat. Nur die Verringerung des Abstands im Wirtschaftswachstum zwischen dem Euro-Raum und den USA kann das Vertrauen der internationalen Anleger in den Euro langfristig erhöhen.

Hierbei ist die Politik gefordert, die die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Volkswirtschaft durch Steuersenkungen, Reduzierung der Staatsquote, Konsolidierung der Staatshaushalte und Technologiefreundlichkeit steigern muß. Weitere Schritte der EZB, auch wenn sie nicht auszuschließen sind, wären bei eher reduzierter Inflationswarte kontraproduktiv, da sie das sich abzeichnende Wachstum gefährden könnten. An den Geld- und Kapitalmärkten im Euro-Raum wird aus unserer Sicht die Entscheidung der EZB die Tendenz der letzten Monate hin zu einer sich weiter verflachenden Zinskurve nochmals verstärken. Dabei werden die kurzfristigen Zinssätze wegen der Unsicherheit über die zukünftige Politik der EZB weiter steigen, die langfristigen Zinsen sich aber mit hoher Volatilität um das derzeitige Niveau bewegen.

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