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Märkte | 20.04.2000

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Aus IZ09/2000, S. 16

Von IZ

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Ellwanger & Geiger
  • Organisationen:
    EU-Kommission, Europäische Zentralbank (EZB)
  • Personen:
    Volker Gerstenmaier
  • Immobilienart:
    Büro

"Weitere Erhöhung auf absehbare Zeit unwahrscheinlich"

Mit der gleichen Stetigkeit, in der in den vergangenen Monaten die Zinsen angestiegen sind, scheinen sie derzeit im Fallen begriffen zu sein. Das Ende des Zinsanstiegs dürfte nach Einschätzungen de [...]

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Die Zinsprognose

Von Dr. Volker Gerstenmeier pers. haftender Gesellschafter Bankh. Ellwanger & Geiger

In der zweiten Jahreshälfte 1999 sorgten die Hoffnung auf stärkeres wirtschaftliches Wachstum und die gestiegenen Preise auf den Rohstoff- und Energiemärkten für eine Trendumkehr in der Entwicklung der langfristigen Kapitalmarktzinsen. So stiegen die Zinssätze für Hypothekenkredite mit fünfjähriger Laufzeit von ihrem Rekordtiefstand von 4,65% im zweiten Quartal 1999 bis April 2000 auf 6,15%. Im zehnjährigen Bereich stieg der Zinssatz im gleichen Zeitraum von 5,15% auf 6,55%.

Die Europäische Zentralbank (EZB) war angesichts aufkeimender Preissteigerungserwartungen ebenfalls aktiv und erhöhte den Repo-Zinssatz für die kurzfristigen Refinanzierungen der Banken im gleichen Zeitraum dreimal. Trotz der Untätigkeit am 13. April bleibt ein weiterer Zinsschritt der EZB nicht ausgeschlossen.

Die im Jahr 1999 genährte Hoffnung auf ein stärkeres Wachstum des Bruttoinlandsprodukts hat nicht getrogen. Die Konjunktur in der Eurozone hat an Fahrt gewonnen. Für das Jahr 2000 erwartet die EU-Kommission ein Wirtschaftswachstum von 3,4%. Zu bedenken gibt es bei dieser eindrucksvollen Zahl allerdings, daß es sich um einen Vergleich mit dem Gesamtjahr 1999 handelt. Gegenüber dem dritten und vierten Quartal 1999 beträgt das Wachstum "nur" 2,8%. Eine Beschleunigung der Auftriebstendenzen ist also nicht zu vermelden. Auch für die Inflationsrate für Konsumgüter werden dieses Jahr nur 1,8% erwartet.

Angesichts der starken Bedeutung der US-$-Kapitalmarktzinsen für Europa, für die wir wegen des Haushaltsüberschusses der USA und der notwendigen Abkühlung der amerikanischen Wirtschaft einen Rückgang erwarten, und angesichts des fehlenden Inflationsdrucks halten wir zwar weitere Zinserhöhungen der EZB für möglich, um dem schwachen Euro zu begegnen. Eine weitere Erhöhung der Hypothekenzinsen sehen wir jedoch auf absehbare Zeit nicht.