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Unternehmen | 03.03.2016

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Aus IZ09/2016, S. 7

Von Marcus Jung

In diesem Artikel:

Aareal Bank: Rekordjäger mit visionären Plänen

Bild: Aareal Bank
Die Aareal-Bank-Vorstände sind hochzufrieden mit dem Geschäftsjahr 2015: Thomas Ortmanns, Dagmar Knopek und Herrmann J. Merkens (v. l.).

Bild: Aareal Bank

Bestes Konzernergebnis und höchster Gewinn: Die Aareal Bank hat 2015 wieder Rekorde aufgestellt. Vor allem in seiner Kerndisziplin glänzt der Immobilienfinanzierer. Bank-Chef Hermann J. Merk [...]

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KOMMENTAR

Die traditionelle, von vielen als grau-langweilig bezeichnete Branche der Immobilienfinanzierung übt den digitalen Aufstand. Allerdings übersiedelt der dreiköpfige Vorstand der Wiesbadener Aareal Bank dafür nicht ins US-amerikanische Silicon Valley und tauscht den Zweireiher und die Lederschuhe gegen einen Kapuzenpulli und Sneakers ein. Auch wenn Nordamerika für die Aareal Bank aufgrund der dortigen Margen im Neugeschäft das "gelobte Land" ist (das dortige Portfolio soll von derzeit 21% beim Neugeschäft deutlich auf über 25% ausgeweitet werden), in der Umsetzung der Konzernstrategie "Aareal 2020" spielt Deutschland die entscheidende Rolle. Hierzulande beschäftigt die Konzern-Gruppe das Gros ihrer Mitarbeiter, und hier sitzen die Konzern-Mutter in Wiesbaden und ihre Mainzer Consulting-Tochter Aareon nur wenige Kilometer Luftlinie über den Rhein voneinander entfernt. Alles folgt einem dreistufigen Masterplan. Im Schritt "Adjust" soll die Aufstellung optimiert werden, d.h. innerhalb der gesamten Gruppe werden Arbeitsprozesse digitalisiert und verschlankt. Die Bank verfügt zwar über eine eigene IT-Infrastruktur. Das erste Zwischenziel ließe sich leicht erreichen, wenn Aareon seine Rolle als interner Dienstleister - wie ganz offenbar auch gewünscht - ausfüllt. Auch im zweiten Schritt "Advance" nimmt das Segment Consulting eine tragende Rolle ein. Aareon ist bereits jetzt einer der führenden Softwareanbieter bei der Bedarfsplanung für Banken, Immobilienfirmen und Bestandsverwalter. Der Plan, diese Struktur nun auf weitere Branchen auszuweiten, im Fokus sind die Energieversorger, könnte gelingen. Denn die Systeme von Aareon sind ausgereift. Ihre Marktanalyse hat die Aareal Bank offenbar gemacht, den größten Wachstumgssprung erwartet sie schon 2016 für eben dieses Segment. In keinem Plan darf ein Fazit fehlen. Den Status quo für 2020 fasst die Areal Bank als "Achieve" zusammen: Dann will man Geschäftsmodelle erweitert und, man liest es so in der Präsentation der Bank, "Plattformangebote" ausgebaut haben. In dieser Vision gibt die Aareal Bank den richtigen Weg vor. Das Haus emanzipiert sich damit von dem starken Segment Strukturierte Immobilienfinanzierung. Und ein Grundgedanke der Digitalisierung ist, sich über Plattformlösungen auch als Dienstleister für andere Branchen zu empfehlen - wo sich die Aareal Bank zunächst ihre Sporen verdienen muss. Insider zeigen sich jedenfalls beeindruckt von den ersten Plänen der Aareal Bank. Man darf von Bank-Chef Merkens und dem Think-Tank einiges erwarten, nur eben nicht den Umbau zu einem hippen, bunten Tech-Konzern. Dafür ist die Aareal Bank derzeit viel zu erfolgreich in der mausgrauen Immobilienfinanzierung. mj