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Märkte | 14.01.2016

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Aus IZ01-02/2016, S. 6

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Heidelberg, München, Bonn
  • Unternehmen:
    Airbnb
  • Organisationen:
    Deutscher Mieterbund (DMB), Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung (gif)
  • Personen:
    Lukas Siebenkotten, Erich Limpens, Simone Stein-Lücke
  • Immobilienart:
    Wohnen

Mietwucherer zocken Medizintouristen ab

Bild: Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn
Blick auf die Bonner Universitätsklinik. Sie ist nur eine von vielen hochspezialisierten medizinischen Einrichtungen in der früheren Bundeshauptstadt.

Bild: Michael Sondermann/Bundesstadt Bonn

Der Medizintourismus boomt. Das erhöht den Druck auf die angespannten Wohnungsmärkte vor allem in Städten mit Unikliniken zusätzlich. Dort ist offenbar ein regelrechter Schwarzmarkt entstand [...]

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Der Bad Godesberger Aktionsplan

Sieben Forderungen hin zu einem besseren Vermietungsstandard für den Medizintourismus in Deutschland beinhaltet der Bad Godesberger Aktionsplan. Hier die für die Immobilienwirtschaft wichtigsten Punkte: Kommunen müssten die Zweckentfremdung von Wohnraum systematisch bekämpfen, heißt es. Ziel müsse die steuerliche Genehmigung bzw. Gleichstellung von einnahmeorientierter Wohnraumvermietung sein. Dies gelte nicht nur für die saisonal bedingte Zweckentfremdung von Wohnraum durch Medizintouristen, sondern auch durch rein touristisch motivierte Wohnraumumwandlung über Vermittlungsplattformen wie Airbnb. Alle Marktteilnehmer im Medizintourismus müssten ihrer Rolle gerecht werden. Die operierenden Kliniken sollten sich systematisch einbringen und den Zusammenschluss suchen, um gezielte, spezielle Wohnraumangebote zu schaffen. Hier gelte es, vor Ort mit Hotellerie und gewerblichen Anbietern gemeinsame Lösungen zu entwickeln, die den allgemeinen Wohnraummarkt nicht zusätzlich belasten. Die Entwicklung von Boardinghäusern mit den entsprechenden Services sei hierfür zwingende Notwendigkeit. Kulturelle Besonderheiten müssten stärkere Berücksichtigung finden. Ausländische Patienten und Gäste hätten aufgrund von Kultur und Religion andere Ansprüche an Wohnraum. Diese entsprechen nicht immer dem deutschen Standard. Es bestünden andere Erfordernisse, etwa für geschlechterspezifische Angebote für den Sanitärbereich. Die Belastungen für Nachbarn von Medizintouristen müssten reduziert werden. Häufig seien Medizintouristen und ihre Begleitung zum ersten Mal im europäischen Ausland zu Gast. Dies schaffe auch im Wohnumfeld erhebliche Schwierigkeiten. Es sei daher notwendig, Gäste und deren Angehörige aufzuklären, etwa über Mülltrennung und Abtransport von Hausmüll sowie über häusliche Ruhezeiten. Wer finanzielle Vorteile durch den Medizintourismus hat, müsse Verantwortung übernehmen. In vielen Kommunen gebe es Bettensteuern für Hotelgäste. Es sei zu überlegen, ob eine solche Abgabe auch für Begleitpersonen von Medizintouristen zu erheben ist. Die hierfür eingenommenen Mittel sollen dann möglichst zweckgebunden für die Betreuung der begleitenden Angehörigen verwendet werden. pdi