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Märkte | 01.10.2015

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Aus IZ39-40/2015, S. 1

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:

Kleine Makler saufen ab

Das Bestellerprinzip macht vor allem kleinen Maklerbüros zu schaffen. Sie beklagen zum Teil massive Umsatzeinbrüche und fürchten um ihre Existenz. Viele Vermittler haben es aber versäumt, ihr Gesch [...]

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Stimmung vor und nach Einführung

Im August und im September waren Makler, Vermieter und Wohnungsverwalter aufgerufen, Bilanz zu ziehen. Bilanz, nach 100 Tagen Bestellerprinzip. Immobilien Zeitung, Immobilien-Scout24 und Immo Media Consult wollen wissen: Wie geht die Branche mit der Neuregelung um 1.136 Makler und 164 Vermieter aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen an der Onlinebefragung teil und schilderten auch mit Kommentaren ihre Erfahrungen. Die Hälfte der Teilnehmer vermittelt bzw. vermietet Wohnungen in Großstädten, 30% sind in Mittelstädten und der Rest ist in Kleinstädten und ländlichen Regionen aktiv. Im Frühjahr 2014, also etwa ein Jahr vor Einführung der Neuregelung, hatten Immobilien Zeitung, Immobilien-Scout24 und Immo Media Consult schon einmal eine Umfrage zum Bestellerprinzip durchgeführt. Damals hatten mehr als 2.370 Makler, Wohnungseigentümer und Verwalter mitgemacht. Fast drei Viertel der Makler lehnten die Einführung des Bestellerprinzips ab. Bei vielen Maklern herrschte 2014 die Sorge, mit dem Bestellerprinzip könnten Arbeitsplätze verloren gehen (46,6%) und Firmen in Existenznöte (37,2%) geraten. Die wirtschaftlichen Folgen für das eigene Unternehmen bewerteten die Makler in der Mehrheit negativ. Von den rund 1.880 befragten Vermittlern fürchteten drei Viertel spürbare Umsatzeinbußen, 24% fürchteten um die Existenz. pdi


Seit Juni gilt: Wer bestellt, zahlt

"Wer bestellt, der bezahlt" sollte das Prinzip für die Vermittlung von Mietwohnungen werden. So stand es im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD. Aus dieser Absichtserklärung ist letztlich das Bestellerprinzip hervorgegangen, das seit dem 1. Juni zusammen mit der Mietpreisbremse in Kraft ist. Erklärtes Ziel ist es, die Kostenbelastung für Mieter zu verringern. Seit Juni ist zumindest auf dem Mietmarkt die seit Jahrzehnten bekannte Vielfalt von Mieter-, Vermieter- oder geteilter Provision beendet: Wer einen Makler "bestellt", muss ihn für die daraus folgende Dienstleistung bezahlen. Das kann entweder der Vermieter sein, der die Suche nach einem Mieter für seine Immobilien in Auftrag gibt, oder der Mietinteressent, der den Makler nach einer geeigneten Bleibe suchen lässt. Zuvor hatte der Makler die Provision auch dann vom Mieter verlangen können, wenn der Vermittlungsauftrag vom Wohnungseigentümer kam, wie es in der Praxis meistens der Fall war. Viele Fragen sind allerdings auch mehrere Monate nach der Einführung des Bestellerprinzips noch offen. So lässt sich schwer sagen, in welchem Umfang Makler die neue Regelung zu umgehen versuchen und wie sich solche Versuche überhaupt nachweisen lassen. vt