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Märkte | 21.05.2015

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Aus IZ20/2015, S. 3

Von Peter Dietz

In diesem Artikel:

Leben auf 16 Quadratmetern

Temporäres Wohnen liegt im Trend. Der Bedarf an kleinen Wohnungen, die nur auf bestimmte Zeit genutzt werden, nimmt in den Metropolen zu. Vor allem Pendler, Projektarbeiter und Manager mieten sich [...]

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Zwischen Wohnen und Hotel

Wichtig für den Investor ist die eindeutige baurechtliche Einordnung des jeweiligen Projekts. Denn je nach Art und Grad angebotener Dienstleistungen im Haus kann die Grenze zwischen Wohnen und Hotelnutzung fließend sein. Und das kann zu Problemen bei der Genehmigung führen. "Sucht man in den juristischen Datenbanken nach dem Begriff Boardinghaus, so scheint die Rechtsprechung uneinheitlich", erklärt Wolfgang Ewer, Fachanwalt für Verwaltungsrecht. Man finde Entscheidungen, die ein als Boardinghaus bezeichnetes Projekt klar der Wohnnutzung zuordnen, aber auch Urteile, die es als Beherbergungsbetrieb oder sogar als eine Nutzung für Ferienwohnen klassifizieren. Daraus resultiere eine gewisse Unsicherheit und Zurückhaltung aufseiten der Investoren und Bauherren, weiß Ewer. Die planungsrechtliche Einordnung sei für die Realisierung eines Vorhabens folgenschwer, da am konkreten Standort zumeist nur eine der in Betracht kommenden Nutzungsformen zulässig ist, erklärt der Jurist. Und der Verstoß gegen Vorgaben des Bauplanungsrechts zur Art der baulichen Nutzung bedeute häufig das Ende des Vorhabens. Wohnen oder Hotel? Entschieden werde immer im Einzelfall, sagt Ewer. Klare rechtliche Konturen gebe es nicht. Und dennoch habe der Investor einen weiten Gestaltungsspielraum, um sein Projekt durchzubringen. Er müsse nur den Betrieb so auslegen, dass er in das jeweilige Gebiet passt. "So wird er, wenn Wohnen allgemein zulässig ist, gut beraten sein, das Profil so auszugestalten, dass der Schwerpunkt in einer Wohnnutzung zu erblicken ist", sagt Ewer. Und das bedeutet: Das Wohnen im Apartment muss durch Ausstattung wie etwa Küche und Waschmaschine eine eigene Haushaltsführung und Selbstversorgung ermöglichen. Die Räume müssen so gestaltet sein, dass eine Privatsphäre entstehen kann - etwa indem der Nutzer eigene Bilder an die Wand nageln kann. In einem Hotel ist so etwas kaum vorstellbar. Zudem muss die Nutzung dauerhaft sein, wobei es dafür jedoch keinen klar definierten Zeitraum gibt. Die Wohnung müsse vielmehr als die Heimstatt des Alltags von anderen Nutzungsarten abgegrenzt werden können. Außerdem sollte der angebotene Service auf das Nötigste reduziert werden. Denn hotelmäßige Leistungen wie etwa Frühstücksbuffet, Reinigung und Wechsel der Bettwäsche legten eher eine gewerbliche Nutzung nahe. Um Planungssicherheit zu erlangen, könne es sinnvoll sein, dass der Investor oder Betreiber mehrere unterschiedlich akzentuierte Nutzungskonzeptionen zum Gegenstand einer Mehrzahl von Bauvoranfragen macht, rät der Fachanwalt. pdi