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Finanzen | 28.08.2014

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Aus IZ34/2014, S. 3

Von Nicolas Katzung

In diesem Artikel:

Bausparkassen toben vor Wut

Helle Aufregung unter den deutschen Bausparkassen: Ein unabhängiger Finanzberater startet ein Bausparvergleichsportal im Internet und scheucht damit die gesamte Szene auf. Nicht, weil er durch den [...]

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KOMMENTAR

Max Herbst hat die Bausparkassen öffentlichkeitswirksam an der Nase herumgeführt. Die Vertriebskooperationen zwischen ihnen und seiner FMH Finanzberatung hat er einfach auf meinbausparvertrag.de transferiert. Ohne es zu wissen, sind die Bausparkassen damit über Nacht Vertriebspartner seines Portals geworden, dessen Geschäftsmodell nach bisheriger Auffassung der Finanzaufsicht unrechtmäßig ist. Wie die Reaktion ausfallen würde, wusste er. Es war ihm egal. Herbst scheint sich sicher zu sein, das Bausparmodell der Zukunft gefunden zu haben: eine rechenbasierte Eigenberatung zum halben Preis. Aber eigentlich geht es ihm, wie er sagt, um Transparenz: Durch die Provisionsweitergabe legt er offen, wie viel er - und wahrscheinlich hunderte andere Vertriebe - bei Vertragsabschluss verdienen. Dass diese Transparenzoffensive nicht jeder so toll findet wie er, dürfte ihm klar gewesen sein. Zweifel, dass die BaFin sein Geschäftsmodell kippen wird, hat er offenkundig nicht. Das zeugt entweder von einem gesunden Selbstbewusstsein und einem Schuss Genialität oder von Dilettantismus mit Hang zur Hybris. Einige Finanzfachleute zollen ihm "Respekt" für seinen "mutigen" Vorstoß, der gesamten Bausparbranche die Stirn zu bieten, andere behalten sich juristische Schritte gegen ihn vor. Ob die BaFin den Daumen hebt oder senkt, ob der Onlinevertrieb von Bausparverträgen bislang ungehobene Potenziale verspricht oder nicht, das alles könnte am Ende sogar von untergeordneter Bedeutung sein: Seine bisherigen Geschäftspartner hat Herbst so oder so vergrault. Und ohne Produktlieferanten gibt es keine Abschlüsse, keine Provision und keine Provisionsweitergabe.