pixelio.de/Gerhard Rolinger" data-image-id="0" data-cy="image-template-4-link">Bild: <a href='http://www.pixelio.de' target='_blank'>pixelio.de</a>/Gerhard Rolinger
Eine "welterbegerechte" Lösung für die Zukunft des Plateaus auf dem romantischen Loreley-Felsen soll ein Architektenwettbewerb bringen.

Bild: pixelio.de/Gerhard Rolinger

Große Pläne für das Loreley-Plateau oberhalb des romantischen Felsens am Rhein gibt es schon seit Jahren. 2008 zeigte sich bereits, dass nicht nur Touristen, sondern auch Investoren aus Asien den Verlockungen der Loreley erliegen. Südkoreaner wollten dort für 70 Mio. bis 80 Mio. Euro ein Vier- Sterne-Hotel und Appartements errichten. Doch die besondere Lage ist mit hohen Restriktionen verbunden. So wurden schon damals Kulturbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz hinzugezogen, um die Vereinbarkeit mit dem seit dem Jahr 2002 für das Obere Mittelrheintal bestehenden Status Unesco-Weltkulturerbe zu prüfen.

Später trat dann die Neubau Immobilien Development (Nidag) aus Wentorf in Schleswig-Holstein auf den Plan und verkündete noch Größeres. Für bis zu 200 Mio. Euro sollten drei Herbergen verschiedener Kategorien entstehen: ein Sechs-Sterne-Hotel mit 60 Suiten, ein Vier-Sterne-Hotel mit 200 Zimmern sowie ein internationales Jugendgästehaus mit 84 Zimmern. Dem Vernehmen nach wurden dazu Optionskaufverträge mit der Ortsgemeinde Bornich, den Eigentümern des Turner- und Jugendheims und des Berghotels abgeschlossen.

Der von öffentlicher Seite hinzugezogene Internationale Rat für Denkmalpflege (Icomos) meldete jedoch angesichts des Projektvolumens Bedenken an. Kritik gegen eine "Luxusherberge" kam auch von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Verbandsgemeinderat Loreley. SGD Nord und Unesco äußerten sich abschlägig zum Vorhaben, auf der Hangkante des Plateaus ein "raumgreifendes Sechs-Sterne-Hotel" zu bauen, nur im hinteren Teil des Plateaus sei "ein kleineres Vorhaben denkbar". Bei der laut Handelsregister von Gunther Zeidler geführten Nidag soll man sich, so ist zu hören, mit der Absage zunächst schwer getan, dann aber abgefunden haben.

Das bedeutet allerdings nicht, dass das Gesamtprojekt Loreley vom Tisch ist. Die SGD Nord hat zunächst eine Steuergruppe gegründet, die in Zusammenarbeit mit der Preventive Monitoring Group der Icomos einen Wettbewerb für das Areal ausloben soll. Das rheinland-pfälzische Finanzministerium hat seine Unterstützung zugesagt. Der Wettbewerb soll sich laut Begoña Hermann, Vizepräsidentin der SGD Nord, an Architekten und Landschaftsplaner richten, nicht jedoch an Investoren. Einige der Ziele des Wettbewerbs hat die SGD Nord schon formuliert. "Wir benötigen zunächst ein Gesamtkonzept", sagt Hermann. Dieses soll unter anderem einen Teil des Felsens freihalten und eine Pufferzone für einen eventuellen Landschaftspark schaffen. Ein einfacher Bebauungsplan würde dort nicht ausreichen. "Die Loreley ist Kristallisationspunkt des Welterbes Oberes Mittelrheintal und damit von zentraler Bedeutung für das gesamte Welterbegebiet", sagt Hermann. Jede Planung, jeder Eingriff müsse deshalb so gestaltet sein, dass er dem Welterbestatus förderlich sei.

In etwa vier Wochen sollen die Details zum Wettbewerbsverfahren geklärt sein, dessen Ergebnisse bis zum Frühjahr 2015 vorliegen. Die SGD Nord erhofft sich vom Wettbewerb, dass dieser ggf. ein zusätzliches Raumordnungsverfahren entbehrlich machen kann, das sonst erhebliche Zeit in Anspruch nehmen würde. Dann wird sich zeigen, ob die Wettbewerbsergebnisse mit den wirtschaftlichen Anforderungen der Nidag auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden können.