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Märkte | 13.03.2014

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Aus IZ10/2014, S. 1

Von Peter Maurer

In diesem Artikel:

Es bleibt in der Familie

Bild: Fotolia.com/Martina Berg
Unternehmerfamilien, die ihr Vermögen in Immobilien investieren, bleiben länger wohlhabend, glauben Experten wie Georg Prinz zu Salm-Salm, bei der Deutsche Oppenheim Family Office für Immobilien zuständig. "Irgendwann kommt jemand, der hat dieses unternehmerische Gen nicht mehr."

Bild: Fotolia.com/Martina Berg

Family-Offices schichten ihr Vermögen in Steine um. Mit Immobilien "für die Ewigkeit" soll das Familienvermögen gesichert werden, auch wenn es mal kracht. Schön sollen die Objekte außerdem s [...]

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AIFM: Kollateralschaden Family-Office

Von den AIFM-Regeln sind Family-Offices betroffen, allerdings ist in der Fachwelt noch nicht ganz klar, wie. Relativ unstreitig sei, dass ein klassisches Single-Family-Office, das für seine Gesellschafter direkt in Immobilien investiert, keine BaFin-Genehmigung brauche, sagt Prof. Jochen Lüdicke, Partner bei Freshfields Bruckhaus Deringer. Komplizierter werde es, wenn Fondsinvestments ins Spiel kommen. "Wenn das Family-Office nicht nur Anlagevorschläge macht, sondern selbst investiert, kann das genehmigungspflichtig sein - vor allem, wenn nicht alle Familienmitglieder Gesellschafter des Family-Office sind." Letzteres könne schon der Fall sein, wenn das Family-Office auch für minderjährige Kinder investiert, die noch nicht in den Gesellschafterkreis aufgenommen worden sind.

Multi-Family-Offices, die nur direkt in Sachwerte investieren, hätten bisher nach überwiegender Experteneinschätzung keine BaFin-Genehmigung als Finanzdienstleister gebraucht. Dies habe sich nun geändert, "sofern sie mehr machen als nur den Hinweis geben: Da können Sie etwas kaufen!". Sobald das Family-Office eine Vollmacht für die Abwicklung der Investition hat, komme man sehr schnell in den Bereich der Wahrnehmung fremder Vermögensinteressen und somit in die Genehmigungspflicht.

Eine Genehmigung zu erhalten, sei nicht sonderlich schwer, brauche aber lange und sei mit Dokumentationsaufwand verbunden, erklärt Lüdicke. Drei bis vier Monate dauere es seiner Erfahrung nach vom ersten Gespräch bis zur Erteilung der Genehmigung. Außerdem ein Problem: Häufig wollen die Familien ihre Berichterstattung ganz anders haben als die BaFin. Deshalb müsse man einen halben Manntag pro Woche an Aufwand für ein zusätzliches, BaFin-konformes Reporting rechnen.

Insgesamt stelle sich die Frage, inwieweit die Regulierung sinnvoll sei oder ob nicht zu weit in die unternehmerische Freiheit eingegriffen werde, sagt Lüdicke. Denn die Familien, die hinter einem Family-Office stehen, bedürften in der Regel keines Schutzes und zudem bedeuteten die AIFM- Regelungen für sie keine qualitative Verbesserung des Schutzniveaus. "Ich vermag nicht einzusehen, warum eine Familie nicht selbst entscheiden können sollte, wie sie ihre Berichterstattung haben möchte."

Zumindest lasse die BaFin Lüdickes Erfahrung nach bei der konkreten Ausgestaltung der Berichtspflicht mit sich reden, je nachdem wie groß das betreute Vermögen ist und wie sehr das Family-Office der Verwaltung eigenen Vermögens nahekomme. Also bei der Mitbetreuung nur der Interessen minderjähriger Kinder eher als bei einer weitverzweigten Familie mit 600 Mitgliedern. Letztere Family-Offices beschäftigen sich u.U. schon längst mit anderen Arten der Regulierung: Für ein entsprechendes Family-Office habe Freshfields eine Vollbank-Lizenz beantragt, um ohne Einschränkung und mit eigener Zwischenfinanzierung für die Familienmitglieder schneller agieren zu können, berichtet Lüdicke. pm

Vom 5. bis 7. Mai erwarten die Veranstalter des Family Office Forums in Wiesbaden Vertreter von rund 150 Family-Offices. Auf dem Programm stehen Informationen für Family-Offices nicht nur zur Assetklasse Immobilien. Informationen unter: www.prestelandpartner.com.

Am 3. Juni steht bei der Berliner Immobilienrunde erneut das Thema Family- Offices auf dem Programm. Unter anderem präsentieren Vertreter von Family- Offices potenziellen Geschäftspartnern ihre Investitionskriterien. Informationen unter: www.immobilienrunde.de.