Sie verwenden iz.de als Gastnutzer

| 04.11.1999

Premium Bis zu 6 Premium-Inhalte / Monat im Basis-Paket (Print-Abo), unbegrenzt im Premium-Paket.
Aus IZ23/1999, S. 8

Von thk

In diesem Artikel:
  • Personen:
    Jürgen Blumer

Kein Ende des Zinsanstiegs in Sicht Blumer: "Nicht auf die Rückkehr der niedrigen Zinsen hoffen"

Wiesbaden (thk) - Immer kürzer werden die Abstände, in denen Hypothekenbanken und Versicherer an der Zinsschraube drehen. Durchschnittlich sind die Konditionen für Zehnjahres-Geld um 0,17 Prozentpunkt [...]

Registrieren Sie sich kostenfrei und lesen Sie den Artikel weiter!


Mit Ihrer Registrierung willigen Sie in unsere AGB ein. Für die Nutzung unserer Services und Produkte gilt zudem unsere Datenschutzerklärung.
,

Die Zinsprognose

Dr. Jürgen Blumer,

Sprecher des Vorstands,

Württemberger Hypo

Seit dem ersten Quartal dieses Jahres beobachten wir steigende Zinsen bei den für Baufinanzierungen relevanten längeren Zinsbindungen. Seit dem Tief hat sich beispielsweise der Zins bei 10jähriger Festschreibung um rund 1,5 Prozentpunkte erhöht. Der häufige Verweis auf erfolgte oder erwartete Leitzinserhöhungen spielt hierbei nicht die wesentliche Rolle, da Leitzinsen nur auf den kurzfristigen Zins unmittelbaren Einfluß nehmen können.

Vielmehr ist für die internationalen Kapitalmärkte bedeutsam, wie die künftige Inflation und Wirtschaftsentwicklung eingeschätzt werden. So kann beispielsweise eine Leitzinserhöhung an den Märkten durchaus als entschlossene Bekämpfung künftiger Inflation interpretiert werden und über diesen Kanal zu sinkenden Zinsen im langfristigen Bereich führen. Die entscheidende Ursache für die gestiegenen Zinsen ist, daß noch im ersten Quartal des Jahres 1999 das Szenario einer Deflation gezeichnet wurde und dieses unmittelbar auf die Zinsen durchschlug. Heute spricht hiervon niemand mehr, weil erkannt wurde, daß die Sonderfaktoren, die zu diesem Zerrbild führten, entfallen sind: Der Verfall der Rohstoffpreise hat sich in drastische Verteuerungen gewendet, die Finanzmärkte erholen sich von den Währungskrisen in Asien, Rußland und Südamerika. In Anbetracht der sich aufhellenden Konjunktursituation in Deutschland ist deshalb davon auszugehen, daß der steigende Zinstrend, den wir seit einigen Monaten beobachten, weiter anhält.

Es ist also nicht zu raten, auf eine Rückkehr der historisch niedrigen Zinsen des Frühjahrs zu hoffen. Wenn Finanzierungsbedarf besteht, sollten dagegen die absolut immer noch niedrigen Zinsen für langfristige Bindungen genutzt werden, um sich gegen künftige Zinserhöhungen zu immunisieren.