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Märkte | 21.10.1999

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Aus IZ22/1999, S. 8

Von mu

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Eurohypo, Concordia
  • Organisationen:
    Europäische Zentralbank (EZB)
  • Personen:
    Bernd Knobloch
  • Immobilienart:
    Büro

Phase der niedrigen Zinsen ist beendet Knobloch: "Ich rate zu langfristiger Zinsbindung" / Zinsen steigen weiter

Wiesbaden (mu) - Im Vergleich zum Vorberichtszeitrum sind die Hypothekenzinsen der deutschen Finanzinstitute in den vergangenen vierzehn Tagen weiter gestiegen. Durchschnittlich sind die Konditione [...]

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Die Zinsprognose

Bernd Knobloch

Vorstandsmitglied der

Eurohypo AG

Im Dreiklang haben die Notenbanken in den USA, in Großbritannien und in Euroland die Zinsen unverändert gelassen. Diese Entscheidungen haben jedoch nicht zu einer Entspannung der Erwartungen der Marktteilnehmer auf der Zinsseite geführt. In der Meinungsbildung spielt derzeit auch die "Jahr 2000 Thematik" eine Rolle.

An den Märkten werden weiterhin Zinssteigerungstendenzen gehandelt, die unter anderem als Schlußfolgerungen aus begleitenden Kommentaren des Federal Reserve und der europäischen Zentralbank zu ihren geldpolitischen Entscheidungen zu deuten sind. Spiegelbild dieser Einschätzungen sind die Geldterminmärkte, hier nehmen die Akteure eine Zinserhöhung - etwa der Bank von England - bereits voraus. Auch die Renditen von Euro-Staatsanleihen sprechen eine klare Sprache. Die Phase niedrieger Zinsen ist offensichtlich beendet.

Das gedämpfte Wachstum des ersten Halbjahres 1999 in Euroland wird sich in der zweiten Jahreshälfte beschleunigen, während sich die Inflationsrate im Verlauf des nächsen Jahres der 2%-Marke nähern dürfte. Aus den USA ist keine Entspannung zu erwarten, im Gegenteil: Ein angespannter Arbeitsmarkt und die nach wie vor robuste Konjunktur sprechen dagegen. Eine stärkere Konjunktur Eurolands in Verbindung mit ersten Gefahren auf der Preissteigerungsseite dürften die Europäische Zentralbank mit großer Wahrscheinlichkeit zu geldpolitischen Schritten Anfang des nächsten Jahres bewegen. Es könnte sogar sein, daß dieser Zinsschritt bereits früher erfolgt.

Eine Reduzierung des langfristigen Zinses ist somit aktuell nicht absehbar. Interessenten an einer Immobilienfinanzerierung rate ich daher unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Informationslage zu einer langfristigen Zinsbindung.