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Anlagen | 05.09.2013

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Aus IZ35/2013, S. 1

Von Nicolas Katzung

In diesem Artikel:

Risiko Mittelstandsanleihe

Anleihen von Mittelständlern überschwemmen derzeit die Märkte. Auch Immobilienunternehmen nutzen das Niedrigzinsumfeld und bieten ihre Schuldverschreibungen zu vergleichsweise attraktiven Kondition [...]

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3 Fragen an Klaus Nieding

      
       Bild: NIEDING
Klaus Nieding.

Bild: NIEDING

      
Herr Nieding, warum gibt es nach den Pleiten der Immobilienanleihe-Pioniere WGF und Boetzelen anscheinend immer noch einen Markt für solche Anlageprodukte?

Das ist den besonderen Rahmenbedingungen am Kapitalmarkt geschuldet. Zum einen gibt es zurzeit wenig Alternativen für Investoren, um auch nur annähernd mit Immobilienanleihen vergleichbare Renditen zu erzielen. Zum anderen ist der normale Kapitalanleger an der einen oder anderen Stelle einfach zu blauäugig und erkennt die eigentlichen Risiken nicht. Immobilienanleihen sind kein Daily-Business-Produkt, das man bedenkenlos ohne große Vorkenntnisse zeichnen kann.

Das hört sich nach dem perfekten Nährboden für die Bildung einer Blase an. Oder haben wir die schon?

Das hängt davon ab, wie Sie eine Blase definieren. Es gibt zwei Möglichkeiten: Erstens, der Markt läuft heiß. Das kann ich noch nicht erkennen, auch wenn Anleihen von Immobilienunternehmen zurzeit zweifelsohne zu den hipperen Produkten zählen. Zweitens, es wird viel verkauft, bei dem nicht mehr auf die Sicherheit geschaut wird. Letzteres ist eindeutig der Fall. Die Gefahr dabei ist immer, dass in einem solchen Marktumfeld auch viele faule Eier mit dabei sind.

Worauf sollten Anleger achten, wenn sie mit dem Gedanken spielen, sich an einer immobilienbesicherten Anleihe zu beteiligen?

Dreh- und Angelpunkt ist die Werthaltigkeit der Sicherheit. Wann ist die Immobilie bewertet worden? Von wem und in welcher Marktsituation? Wie hoch darf die Immobilie besichert werden? Das sind wichtige Fragen, die entscheidenden Einfluss auf die Werthaltigkeit der Immobilie haben können. Außerdem sollte man sich sehr genau anschauen, wer überhaupt der Emittent ist und wo die Sicherheiten liegen. Des Weiteren ist darauf zu achten, dass neben dem Gutachter auch der Treuhänder und der Mittelverwendungskontrolleur funktionell vom Emittenten getrennt sind. Und nicht zuletzt muss überhaupt der Frage nachgegangen werden, was mit dem Erlös aus der Anleihe geschehen soll? Sollen damit lediglich Altschulden zurückgezahlt werden oder dient der Emissionserlös für neue Investitionen? (nik)

Klaus Nieding ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und Partner der Kanzlei Nieding + Barth.