Sie verwenden iz.de als Gastnutzer

Anlagen | 17.05.2012

Premium Bis zu 6 Premium-Inhalte / Monat im Basis-Paket (Print-Abo), unbegrenzt im Premium-Paket.
Aus IZ20/2012, S. 3

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:

Auch CS Euroreal öffnet auf Probe

Der seit Mai 2010 geschlossene Immobilienfonds CS Euroreal will - nach dem Muster des Wettbewerbers SEB Immoinvest - die Bleibebereitschaft seiner Anleger an einem vorab festgelegten Stichtag teste [...]

Registrieren Sie sich kostenfrei und lesen Sie den Artikel weiter!


Mit Ihrer Registrierung willigen Sie in unsere AGB ein. Für die Nutzung unserer Services und Produkte gilt zudem unsere Datenschutzerklärung.

MEINUNG

zu "Auch CS Euroreal öffnet auf Probe"

Der Unterschied zwischen einer Massenflucht von Immobilien-Fondsanlegern und dem klassischen "Bank Run" ist kein großer. Ob Bank oder Fonds, beide Institute bleiben nur dann stabil, wenn die Geldgeber ihre Mittel mehrheitlich nicht zurückfordern. Oder immer mindestens so viele neue Anleger dem System beitreten wie ausscheiden. Letzteres funktioniert nur dann, wenn die neuen Geldgeber ebenso viel Vertrauen in das Modell haben wie die vorherigen.

Ein Bank Run entsteht, wenn die Inhaber von Einlagen der Bank nicht mehr vertrauen. Sie glauben, dass sie ihr Geld sicherer selbst verwalten als eine Finanzinstitution. Ist das Vertrauen weg, kann die Bank nicht mehr gegensteuern und geht unter. Den Beweis dafür hat gerade der SEB ImmoInvest geliefert. Der Fonds könne nur dann am Leben bleiben und weiter Rendite abwerfen, wenn die Zeichner ihr Geld nicht zurückfordern, warb das Management. Wenn das so ist, muss der Fonds leider sterben, her mit dem Geld, antworteten die Anleger. Bleibt die Frage: Sind die Kleinanleger, die von SEB oder KanAm ihr Geld zurückverlangt haben, wirklich völlig anders gestrickt als jene Privatmenschen, die den weiterhin liquiden Fonds von Deka oder Union Geld anvertrauen? Oder ist hier schlicht der Ernstfall - das Ende der täglichen Verfügbarkeit der Einlage - noch nicht eingetreten?

Vielleicht sind die Zeichner bei Sparkassen, Volksbanken, Deutscher Bank und Commerzbank wirklich geduldiger und weniger nervös als die Kunden, die in den jetzt geschlossenen Vehikeln festsitzen. Wissen wird man das erst, wenn auch ihre Gemütslage getestet wird. Keiner der Großen Vier hat nämlich bislang die neuen Fondsgesetze dazu genutzt, die Möglichkeiten der Anleger zur Anteilsrückgabe einzuschränken. Doch genau das ist der Kern der neuen Regeln, die dazu dienen sollen, Fonds krisenfester zu machen.

Ihre Meinung interessiert uns. Schreiben Sie an leserbrief@immobilien-zeitung.de