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| 01.07.1999

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Aus IZ14/1999, S. 8

Von thk

In diesem Artikel:
  • Personen:
    Peter Rieck

Das Ende der Seitwärtsbewegung ist gekommen "Es besteht nach wie vor kein Anlaß zur Sorge"

Wiesbaden (thk) - Erneut nach oben haben sich die Zinskonditionen der deutschen Hypothekenbanken in den vergangenen vierzehn Tagen entwickelt. Vor allem fünfjährige Anleihen wurden erheblich teurer. A [...]

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Die Zinsprognose

Peter Rieck

Mitglied des Vorstandes

Hamburgische Landesbank

Girozentrale

Der Zinsanstieg in den letzten Wochen hat allenthalben die Frage aufgeworfen, ob das der Anfang einer größeren Zinswende ist. Meines Erachtens besteht nach wie vor kein Anlaß zur Sorge. Der Zinsanstieg ging im wesentlichen von den amerikanischen Märkten aus. Die weltweiten Finanzkrisen hatten im letzten Jahr in Verbindung mit den sehr pessimistischen Wachstumsprognosen für die USA zu einer großen Nachfrage nach Zinsprodukten auch in Europa geführt; das wiederum sorgte für die historisch niedrigen Kapitalmarktzinsen. Diese Entwicklung wurde durch anhaltende Preisstabilität begünstigt. Inzwischen hat sich das Stimmungsbild an der Zinsfront geändert. Die Situation in Asien und Lateinamerika hat sich stabilisiert, der Preisverfall der Rohstoffe ein Ende gefunden. In den USA dominieren nun übertriebene Befürchtungen, die Konjunktur könne sich überhitzen, die Preise würden stärker zu steigen beginnen. Das Kapital, das vorher in Zinsprodukte geflossen war, wird nunmehr wieder in riskantere Produkte investiert. Anfangs hatten besonders die US-Zinsen unter dieser Entwicklung zu leiden. Inzwischen ist der Renditeabstand zu Europa derart angewachsen, daß sich die europäischen Märkte der Entwicklung nicht mehr entziehen können, obwohl das fundamentale Umfeld in Europa mit einer weiterhin niedrigen Teuerung nach wie vor keine steigenden Zinsen rechtfertigt. Im Jahresverlauf erwarten wir eine Belebung der Konjunktur in Europa und eine Beruhigung in den USA. Infolge dieser Entwicklung dürften die US-Zinsen wieder zurückgehen. Die europäischen Zinsen werden sich über das Jahr um das jetzige Niveau bewegen. Es spricht aus unserer Sicht nichts dagegen, sich das aktuelle Zinsniveau langfristig zu sichern.