Sie verwenden iz.de als Gastnutzer

Unternehmen | 08.03.2012

Premium Bis zu 6 Premium-Inhalte / Monat im Basis-Paket (Print-Abo), unbegrenzt im Premium-Paket.
Aus IZ10/2012, S. 3

Von Christine Rose

In diesem Artikel:

Vivawest: Wir sind die Guten!

Die beiden Wohnungsgesellschaften Evonik Wohnen und THS agieren seit Beginn des Jahres unter neuer Flagge: Vivawest. Von Zeche Nordstern in Gelsenkirchen aus werden nun etwa 130.000 Wohnungen geman [...]

Registrieren Sie sich kostenfrei und lesen Sie den Artikel weiter!


Mit Ihrer Registrierung willigen Sie in unsere AGB ein. Für die Nutzung unserer Services und Produkte gilt zudem unsere Datenschutzerklärung.

Vivawest:

Eine Wohnungsgesellschaft, viele Interessen

Hinter der Wohnungsgesellschaft Vivawest stehen Eigentümer mit verschiedenen Interessen.

Vivawest wird aus den Gesellschaften THS und Evonik Wohnen gebildet. Evonik Wohnen ist eine 100%ige Tochter des auf Chemie spezialisierten Konzerns Evonik, der wiederum zu 74,99% der RAG-Stiftung und zu 25,01% dem Finanzinvestor CVC gehört. Eigentümer der THS sind je zur Hälfte Evonik und die IG BCE.

Ziel von Evonik ist der Börsengang ohne die Immobiliensparte. Der Grund: Erfahrungsgemäß werden für Aktien von Unternehmen, die sich auf eine Branche konzentrieren, höhere Preise gezahlt. Angedacht war daher einst ein separater Börsengang der Immobiliensparte, dann hieß es, notfalls könne sie doch mit Evonik aufs Parkett gebracht werden, seit Mitte 2011 ist die Rede vom Einstieg von RAG-Stiftung und Evonik Pensionstreuhand in einem ersten Schritt, und zwar bis Sommer 2012. An wen welcher Anteil gehen könnte, ist offen, da die Bewertung der Bestände von THS und Evonik noch aussteht. Evonik zufolge ist folgendes angedacht: Evonik bringt 25% seiner Anteile an Evonik Immobilien in die Evonik Pensionstreuhand ein. Unter dieser Voraussetzung wolle die RAG-Stiftung weitere 25% der Anteile an Evonik Immobilien zu Marktbedingungen übernehmen. Der Chemiekonzern will bis 2013 komplett aussteigen. Derzeit rangeln Gewerkschaft und Evonik um Bewertung und Anteile. Die IG BCE will sich dem Vernehmen nach mehr als 25% und damit eine Sperrminorität sichern. Zu diesem Punkt äußert sich die Gewerkschaft auf IZ-Anfrage nicht. Beabsichtigt sei, dass eine Bewertung im Laufe dieses Jahres erstellt werden soll, teilt sie lediglich mit.

Im Spiel sind schon jetzt unterschiedliche Interessen der Beteiligten - des Finanzinvestors CVC, der RAG-Stiftung, die zwar politisch beeinflusst ist, aber auch Kapital für die ab 2019 zu zahlenden Ewigkeitskosten des Bergbaus braucht, und der IG BCE, die als Gewerkschaft gern volle Streikkassen hat, unter deren Mitgliedern aber auch Vivawest-Mieter sind. Sicher scheint wenig: Auch wenn die RAG-Stiftung als langfristiger Investor wahrgenommen wird, manch einer hat Bedenken: Sie muss laut Berechnungen bis Ende 2018 einen Kapitalstock von ca. 8,4 Mrd. Euro aufbauen, um aus dessen Verzinsung ab 2019 u.a. Maßnahmen gegen das Absinken der Erdoberfläche und zur Grundwasserreinigung zu finanzieren. Fehlt Geld, könnte es aus der Vivawest oder einem Verkauf des Anteils der RAG-Stiftung gezogen werden, so die Befürchtung.