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| 17.06.1999

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Aus IZ13/1999, S. 8

Von thk

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Postbank
  • Personen:
    Thomas Fußhöller

Stimmungsumschwung: Zinsprognosen weisen nach oben "Von einem unmittelbaren Ende der Niedrigszinsphase kann nicht die Rede sein"

Wiesbaden (thk) - Rasant nach oben haben sich die Zinskonditionen der deutschen Hypothekenbanken in den vergangenen vierzehn Tagen entwickelt. Vor allem fünfjährige Anleihen wurden deutlich teurer. Au [...]

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Die Zinsprognose

Thomas Fußhöller,

Chefvolkswirt

Postbank AG

Des einen Freud - des andern Leid. Die Stimmung an der Zinsfront hat sich in den letzten Wochen verändert. Während für Häuslebauer die rosigen Zeiten sinkender Zinsen auszulaufen scheinen, verbessern sich offenbar die Perspektiven für Geldanlagen mit langer Zinsbindung. Diejenigen Stimmen, die noch vor wenigen Monaten Szenarien weltweiter Deflation und sinkender Zinsen nach japanischem Vorbild proklamierten, sind weitgehend verstummt. Nahezu einhellig sehen die Prognosen mittlerweile steigende Kapitalmarktzinsen über die Jahrtausendwende hinweg.

Worin liegen die Gründe für den einsetzenden Stimmungsumschwung? Zunächst laufen mit dem Abflauen der internationalen Finanzkrise und dem jüngsten Anstieg der Rohstoffpreise zeitweilige Entlastungsfaktoren für die Kapitalmarktzinsen aus. Außerdem zeigen sich in den USA im achten Jahr des Aufschwungs erste Überhitzungserscheinungen, die jüngst zu einem Anstieg der Renditen diesseits und jenseits des Atlantiks führten.

Vom unmittelbar bevorstehenden Ende der Niedrigzinsphase kann aber selbst bei leicht steigenden Zinsen aus heutiger Sicht wohl kaum die Rede sein. Zwar dürften sich die binnenwirtschaftlichen Perspektiven im Euroraum in den nächsten Monaten aufhellen, der Inflationsdruck wird aber auch im nächsten Jahr gering bleiben. Bei gleichzeitiger konjunktureller Abkühlung in den USA ist in den kommenden zwölf Monaten nur mit einem leichten Anstieg der inländischen Kapitalmarktzinsen um etwa 50 Basispunkte zu rechnen. Der langfristig orientierte Anleger wird sich also unter Renditegesichtspunkten wohl auch weiterhin nach Alternativen zur Festzinsanlage umsehen müssen. Der Häuslebauer sollte die aktuellen Konditionen zur langfristigen Zinsfestschreibung nutzen. Auch für die Umschuldung einer teureren Finanzierung ist jetzt der richtige Zeitpunkt.