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Anlagen | 20.10.2011

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Aus IZ42/2011, S. 1

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:

Liquidität oder Liquidation

Vier offene Fonds mit einem Gesamtvermögen von 16,5 Mrd. Euro stehen in den kommenden Wochen zur Wiederöffnung an. Fehlt es am Vertrauen der Anleger, heißt es für AXA Immoselect und Degi Internatio [...]

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3 Fragen an Mario Leißner

      
       Bild: King & Spalding.
Mario Leißner ist Managing Partner bei King & Spalding.

Bild: King & Spalding.

      

Was passiert, wenn die Wiederöffnung eines eingefrorenen Fonds wegen zu vieler Rückgabewünsche scheitert? Darf die KAG dann einfach erneut den Fonds schließen?

Das kommt auf die Gründe für die Liquiditätsknappheit an. Reicht die Liquidität bei Wiederöffnung aus denselben Gründen wie zum Zeitpunkt der Schließung nicht nachhaltig aus, steht der KAG kein Zurückbehaltungsrecht mehr zu. Hiervon zu unterscheiden ist allerdings die Situation, in der es nach geglückter Wiederöffnung erneut an Liquidität mangelt, und zwar aus anderen Gründen als bei der vorherigen Aussetzung. Dann wäre eine neuerliche Schließung denkbar.

Was kann die KAG denn überhaupt noch tun, wenn nach einer Wiederöffnung mehr Anleger aus dem Fonds aussteigen möchten als die Kasse hergibt?

Übersteigen die Rückgabeverlangen die vorhandene Liquidität, ohne dass dies vor Wiederöffnung absehbar war, kann - neben rechtlichen Szenarien, die wenig zielführend erscheinen - die KAG die Verwaltung des Fonds kündigen. Eine Rechtsfolge dieser Kündigung wäre die Möglichkeit der erneuten Rücknahmeaussetzung mit korrespondierendem Zurückbehaltungsrecht - die Anleger erhielten dann von der Kündigung bis längstens zum Ablauf der Kündigungsfrist ihre Anteile nicht ausgezahlt.

Kann eine KAG durch zuviele Rückgabeverlangen von Fondsanteilen nach einer Wiederöffnung eigentlich auch insolvent gehen?

Wenn die KAG fällige Ansprüche von Anlegern nicht begleichen kann, ohne dass ihr ein Zurückbehaltungsrecht zur Seite steht, ist denkbar, dass Insolvenzeröffnungsgründe vorliegen. Einen Insolvenzantrag kann allerdings nur die BaFin stellen; weder die Anleger noch die KAG haben selbst das Recht dazu. Indes lassen weder Voraussetzungen und Ablauf des Insolvenzverfahrens noch dessen Folgen die Insolvenz sinnhaft oder realistisch erscheinen. (mol)