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| 06.05.1999

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Aus IZ10/1999, S. 14

Von thk

In diesem Artikel:

"Vor allem keine Wende nach oben" Erneute Talfahrt der Zinsen / Rheinhyp rechnet weiter mit Seitwärtsbewegung

Wiesbaden (thk) - Weiter nach unten entwickelten sich die Zinskonditionen der deutschen Hypothekenbanken in den vergangenen vierzehn Tagen. Vor allem zehnjährige Anleihen wurden teilweise deutlich gün [...]

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Die Zinsprognose

Dr. Karsten von Köller,

Vorstandssprecher der

Rheinischen Hypothekenbank

Die Rheinhyp geht davon aus, daß auch 1999 ein gutes Jahr für Immobilienfinanzierer wird. Entscheidend hierfür bleibt aus heutiger Sicht und Kenntnis ein niedriges Zinsniveau. Wir erwarten weder kurz- noch mittelfristig eine nachhaltige Änderung der Zinsentwicklung, vor allem keine Wende nach oben. Vielmehr stehen die Chancen gut, daß die Kapitalmarktrenditen - und damit die ihnen unmittelbar folgenden Hypothekenkonditionen - insgesamt auf einem niedrigen Niveau verharren werden.

Diese Einschätzung gründen wir auf folgende Prämissen: 1) Die weltwirtschaftliche Lage ist gekennzeichnet durch ein bestenfalls moderates Wachstum. Dieses gilt auch für die Europäische Währungsunion, wo der ehemals größte Konjunkturmotor Deutschland inzwischen eher zum Bremsklotz geworden ist. 2) In Euroland herrscht weitgehende Preisstabilität. 3) In Japan gibt es Zweifel, ob sich trotz erneuter Konjunkturprogramme eine Wende zum Besseren ergibt. 4) Nach wie vor ist das wirtschaftliche Umfeld in den Krisenregionen Asien, Lateinamerika und Rußland schwierig. 5) Eine Änderung des geldpolitischen Kurses ist vorerst nicht zu erwarten, die Geldmarktzinsen bleiben damit niedrig. 6) Schließlich stellt sich die Frage, wie lange die Konjunktur in den Vereinigten Staaten von der derzeitigen globalen Wachstumsschwäche unberührt bleiben wird.

Die US-Wirtschaft ist derzeit die größte Unsicherheitskomponente der Zinsprognose. Die Entwicklungen am amerikanischen Finanzmarkt sind wegen der immer noch hohen Abhängigkeit der europäischen Märkte von großer Bedeutung. Immer wieder war in der Vergangenheit eine Abschwächung der amerikanischen Konjunktur prognostiziert worden, die allerdings bis heute nicht eingetreten ist. Im Gegenteil: Die US-Wirtschaftsindikatoren lassen keine Anzeichen von Schwäche erkennen. Damit nehmen an den Märkten natürlich die Erwartungen hinsichtlich einer Zinserhöhung in den USA zu.

Die Rheinhyp geht per Saldo davon aus, daß sich der Zins 1999 - ausgehend vom aktuellen Niveau - in einer Seitwärtsbewegung mit Ausschlägen nach oben und unten bewegen wird.

Damit sind auch bei den Hypothekenzinsen Schwankungen von einem Viertelprozentpunkt in beide Richtungen möglich.

Die Entwicklung der Hypothekenzinsen im bisherigen Jahresverlauf bestätigt diese Einschätzung: Nachdem es im Verlauf des Februar/März zeitweilig zu Zinsanpassungen nach oben gekommen war - die Hypothekenkonditionen wurden bis auf 5,10% (nominal bei zehnjähriger Zinsbindung) angehoben - liegen sie inzwischen wieder mit 4,90% auf dem niedrigen Niveau von Mitte Februar.