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| 11.03.1999

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Aus IZ06/1999, S. 22

Von thk

In diesem Artikel:

Deutlicher Zinsanstieg bei Hypothekenbanken "Die Zinsentwicklung in Euroland dürfte die Talsohle erreicht haben"

Wiesbaden (thk) - Zum Teil deutlich angehoben haben die Hypothekenbanken ihre Zinskonditionen. Mittlerweile liegen die Durchschnittswerte für zehnjährige Festschreibungen bei den Banken wieder klar üb [...]

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Die Zinsprognose

von Dirk Großmann, Vorstandssprecher der Debeka Bausparkasse AG

Die fundamentalen Krisenfaktoren in Fernost, Rußland und Südamerika bleiben weiterhin ein nicht kalkulierbares Risikopotential. Obwohl sie im Rahmen von Zinsprognosen wieder stärker in den Hintergrund getreten sind, fehlt es derzeit noch an deutlichen Signalen, die auf eine Trendwende hinweisen. Im Gegenteil: Der Europäischen Zentralbank werden sogar weitere Handlungsspielräume für Zinssenkungen zugetraut.

Weder das Geldmengenwachstum noch die gesamtwirtschaftliche Situation deuten darauf hin, daß die EZB die Zinsen anziehen müßte. Trotz steigender Lohnkosten ist die Inflationsrate weiter auf sehr niedrigem Niveau. Von den Rohstoffpreisen gehen zur Zeit keine Preissteigerungen aus. Das Ifo-Geschäftsklima zeigt ein pessimistisches Stimmungsbild. So sind der Ifo-Index und der EU-Index zum Industriesektor weiterhin abwärts gerichtet, und auch die Euroland-Exporte zeigen keine Trendwende. Es bleiben dennoch die Auswirkungen der japanischen Fiskalpolitik abzuwarten, die im großen Stile versucht, durch Begebung von Anleihen ihr hohes Budgetdefizit zu finanzieren. Infolgedessen kam es auch an den heimischen Rentenmärkten zu Renditesteigerungen. Die gleiche Wirkung geht von anziehenden US-Renditen aus, die maßgeblich durch das starke Wachstum der US-Wirtschaft bestimmt werden.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich das Kräftespiel der Märkte weiter entwickelt. Auf Sicht von sechs Monaten ist eine Zinsschwankungsbreite von bis zu 25 Basispunkten nach beiden Seiten zu erwarten. Langfristig dürfte die Zinsentwicklung im Euroland damit die Talsohle erreicht haben.