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| 25.02.1999

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Aus IZ05/1999, S. 12

Von tp

In diesem Artikel:

Bäumchen wechsel' dich: Von der Festsatzfinanzierung in die variable Vereinbarung Zinstauschvereinbarung als Alternative zur vorzeitigen Rückzahlung und Kreditneuaufnahme / IZ-Serie "Zinsmanagement" Teil 4

Frankfurt am Main (tp) - Neben der Sicherung der Liquidität kann das Zinsmanagement einen wesentlichen Beitrag zur Rentabilität einer Immobilieninvestition leisten. Dabei sind als finanzwirtschaftlich [...]

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Exkurs:

Die bilanzielle Behandlung

Swaps sind grundsätzlich als schwebende Geschäfte zu qualifizieren und damit nicht bilanzwirksam. Sie müssen in einer Nebenbuchhaltung erfaßt werden. Festzuhalten gilt es zumindest folgende Angaben: Kontrahent, Kapitalbetrag, Laufzeit, Zinsanpassungstermine und Fälligkeiten. Hinsichtlich der variablen Zinssätze sind die Angaben jeweils dem aktuellen Stand anzupassen. In diesem Zusammenhang müssen auch die gesicherten Grundgeschäfte dokumentiert werden.

Die aus den Swapgeschäften resultierenden Zinszahlungsströme sind unter dem Gesichtspunkt der periodengerechten Erfolgsermittlung laufzeitbezogen abzugrenzen und zu bilanzieren. Am Bilanzstichtag fällige und noch nicht geleistete Zinsen sind in der Bilanz als Forderungen und Verbindlichkeiten einzustellen. Im Zusammenhang mit Zinsswaps liegt zwar keine Kapitalüberlassung vor, aber die Nähe der ausgetauschten Zahlungsströme zu "richtigen" Darlehensgeschäften ist so groß, daß der G&V-Ausweis in der Position "sonstige Zinsen und ähnliche Erträge" beziehungsweise "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" sachgerecht erscheint. Es empfiehlt sich, die abzugrenzenden Zinsen je Swapvertrag miteinander zu verrechnen, da ein Bruttoausweis eine ungerechtfertigte und damit der in § 264 Abs. 2 HGB verankerten Generalnorm des "true und fair view" widersprechende Aufblähung der G&V mit sich bringen würde. In der Bilanz sind die abzugrenzenden Zinsen als "sonstige Vermögensgegenstände" beziehungsweise als "sonstige Verbindlichkeiten" auszuweisen.

Stehen die Swapvereinbarungen in wirtschaftlichem Zusammenhang mit einem Grundgeschäft (Micro-Hedge), werden die Nettozinsen als Korrektur der Zinsaufwendungen des Grundgeschäftes behandelt. Demzufolge sind die Zinsaufwendungen beziehungsweise Zinserträge aus dem Swapgeschäft in derselben Zinsposition auszuweisen wie die Zinsaufwendungen beziehungsweise -erträge aus dem Grundgeschäft.

Kann für ein Swapgeschäft jedoch keine Bewertungseinheit mit einer Bilanzposition gebildet werden, so ist die Swapvereinbarung zum Bilanzstichtag zu bewerten, das heißt die Konditionen der bestehenden Swapvereinbarung werden mit denen für ein analoges Geschäft zum Bilanzstichtag gültigen Marktkonditionen verglichen (fiktiver Gegenswap). Sollte sich hieraus ein negativer Marktwert ergeben, so ist in gleicher Höhe eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften nach § 249 HGB erforderlich. Hierbei ist zu beachten, daß das Bewertungsergebnis in seine "realisierten" (auf den bis zum Bilanzstichtag entfallende, aber noch nicht gezahlte Zinsen) und "unrealisierten" (Barwert der auf die zukünftigen Perioden entfallenden Zinsen) Bestandteile aufgeteilt wird.

Winfried Hammerstein leitet seit 1996 das gesamte Kundengeschäft im Zentralbereich Geld, Devisen und Derivate-Sales bei der BfG, Bank, Frankfurt, der er seit 1994 angehört. Zuvor arbeitete er bei der Nassauischen Sparkasse, Wiesbaden, wo er sich unter anderem um innovative Finanzprodukte kümmerte. Als Referent informiert er auch zum Thema Zins- und Währungsmanagement.