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| 11.02.1999

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Aus IZ04/1999, S. 11

Von tp

In diesem Artikel:

Caps und Floors: Damit der Zins nicht weiter schwankt Sicherungsvereinbarungen reduzieren das Risiko für den Immoblieninvestor / Serie "Zinsmanagement" Teil 3

Frankfurt am Main (tp) - Neben der Sicherung der Liquidität kann das Zinsmanagement einen wesentlichen Beitrag zur Rentabilität einer Immobilieninvestition leisten. Dabei sind als finanzwirtschaftlich [...]

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Exkurs:

Die bilanzielle Behandlung

Analog zur Cap-Vereinbarung ist auch der verkaufte Floor eine - juristisch - vom Grundgeschäft (also der Finanzierung) losgelöste Verpflichtung. Die jeweilige Verpflichtung des Immobilieninvestors aus dem verkauften Floor besteht grundsätzlich bis zum Verfall oder der Glattstellung der Floorvereinbarung, zum Beispiel durch Rückkauf. Die Floorprämie ist daher nach dem Realisationsprinzip des § 252 Abs. 1 HGB bis zur endgültigen Erfüllung der Leistungsverpflichtung zu passivieren und erfolgsneutral zu behandeln. Eine zeitanteilige ertragswirksame Vereinnahmung während der Laufzeit ist nur dann sachgerecht, wenn vorhandene Bilanzbestände nachweislich mit einer Floor-Vereinbarung verbunden werden können (Micro-Hedge). Der Ausweis der zu passivierenden Prämie in der Bilanz erfolgt regelmäßig in der Position "sonstige Verbindlichkeiten". Veränderungen der Zinsstrukturkurve können dazu führen, daß die Verpflichtung zur Leistung von Ausgleichszahlungen wahrscheinlicher wird. Zu jedem Bilanzstichtag sind daher die Verpflichtungen aus dem verkauften Floor zu bewerten (Vergleich der erhaltenen Prämie mit der am Bilanzstichtag gültigen Prämie für ein analoges Geschäft). Ein sich aus der Bewertung etwaig ergebender negativer Wert ist - sofern kein Micro-Hedge vorliegt - nach § 249 HGB zurückzustellen. Der Ausweis erfolgt regelmäßig unter "Sonstige Rückstellungen".

Ergibt sich am Fixingtag, daß der Immobilieninvestor aus dem verkauften Floor eine Differenzzahlung zu leisten hat, ist diese als Verbindlichkeit in voller Höhe zu passivieren und aufwandswirksam zu erfassen. Liegt zwischen dem Fixingtag und dem Tag der Fälligkeit der Ausgleichszahlung ein Bilanzstichtag, sollte - sofern es sich bei der verkauften Floor-Vereinbarung um ein Geschäft im direkten Zusammenhang mit einer Bilanzposition handelt - eine entsprechende zeitanteilige Abgrenzung vorgenommen werden. Der Ausweis in der G+V erfolgt regelmäßig in der Position "Zinsen und zinsähnliche Aufwendungen".

(c) Immobilien Zeitung; Quelle: BfG Bank

Winfried Hammerstein leitet seit 1996 das gesamte Kundengeschäft im Zentralbereich Geld, Devisen und Derivate-Sales bei der BfG, Bank, Frankfurt, der er seit 1994 angehört. Zuvor arbeitete er bei der Nassauischen Sparkasse, Wiesbaden, wo er sich unter anderem um innovative Finanzprodukte kümmerte. Als Referent informiert er auch zum Thema Zins- und Währungsmanagement.