Sie verwenden iz.de als Gastnutzer

| 11.02.1999

Premium Bis zu 6 Premium-Inhalte / Monat im Basis-Paket (Print-Abo), unbegrenzt im Premium-Paket.
Aus IZ04/1999, S. 8

Von thk

In diesem Artikel:

Zinsrutsch für Baugeld macht Verschnaufpause Mit einem Anstieg der Werte ist mittelfristig nicht zu rechnen

Wiesbaden (thk) - Ein Ende der Talfahrt für Baugeld ist noch nicht in Sicht. Mittlerweile liegen die Durchschnittswerte für zehnjährige Festschreibungen sowohl bei Banken als auch Versicherungen deutl [...]

Registrieren Sie sich kostenfrei und lesen Sie den Artikel weiter!


Mit Ihrer Registrierung willigen Sie in unsere AGB ein. Für die Nutzung unserer Services und Produkte gilt zudem unsere Datenschutzerklärung.
Die Zinsprognose

von Anton Schub

Mitglied des Vorstands

Süddeutsche Boden-

creditbank

Vor knapp einem Jahr, nämlich Mitte März 1998, erreichte die Umlaufrendite mit 4,58% das zunächst niedrigste Niveau der Nachkriegszeit. Die hohe Preisstabilität im Vorfeld des Euro und der Zustrom von Kapital aus den Krisengebieten, Rußland, dem fernen Osten und neuerdings Lateinamerika, führten zu einer weiteren Senkung der Kapitalmarktzinsen um nochmals 2% im Verlauf des Jahres 1998; im Dezember erreichte die Umlaufrendite mit 3,61% einen neuen Tiefststand. Das heute erreichte Zinsniveau weckte Erinnerungen an die Zeit der Goldwährungen vor dem ersten Weltkrieg.

Ist damit das niedrigste denkbare Niveau erreicht oder ist mit noch niedrigeren Zinsen zu rechnen, wie etwa in der Schweiz oder gar in Japan? Die wichtigsten Ursachen für das niedrige Zinsniveau, nämlich die globale Wachstumskrise und hohe Produktivitätsfortschritte, werden voraussichtlich auch die nächste Zukunft bestimmen. Bei stabilen Preisen ist selbst bei niedrigem Zinsniveau eine angemessene Realverzinsung gegeben.

Unsicherheit wecken allerdings zwei Umstände. Zum einen sind die Ursachen der Krisen in den Drittländern noch lange nicht behoben. Eine wirksame Aufsicht über das Finanz- und Bankensystem in Ostasien ist erst im Aufbau. Eine Stabilisierung der Verhältnisse in Rußland läßt ebenfalls auf sich warten. Zum anderen plädieren mittlerweile mehrere europäische Regierungen für eine Finanz- und Wirtschaftspolitik der Nachfragebelebung, die mit dem Auftrag der Europäischen Zentalbank nach dem Vertrag von Maastricht kaum zu vereinbaren ist. Solange die Probleme der Krisenländer nicht eskalieren und die Haushaltsdisziplin in Europa einigermaßen halten wird, rechne ich damit, daß sich die gegenläufigen Tendenzen in etwa ausgleichen und das jetzige Zinsniveau für absehbare Zeit mit leichten Schwankungen erhalten bleibt.