Bald beginnen die Erschließungsarbeiten in mindestens sechs Wohnungsbaugebieten in Schleswig-Holstein, die vom Förderprogramm Neue Perspektive Wohnen profitieren. 50.000 Euro gibt es je Kommune oder Maßnahmenträger für die Planung und Gestaltung von bedarfsgerechten und gemeinschaftsfördernden Quartieren mit einer Mischung aus Mietwohnungen und Wohneigentum in verschiedenen Formaten sowie für mehrere Generationen. Das Gesamtbudget beträgt 10 Mio. Euro.

Reine Einfamilienhaus-Gebiete "gehen am Bedarf vorbei"

Es würden immer noch Baugebiete geplant, in denen ausschließlich Einfamilien- oder Doppelhäuser vorgesehen seien, kritisiert Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack. "Das geht leider am heutigen Bedarf vorbei. Wir brauchen stattdessen so eine Art Gemischtwarenladen. Und solche Mischbaugebiete passen durchaus ins Landschaftsbild", entgegnet sie auf Vorbehalte gerade in kleineren Landkommunen.

Ein Fokus des Programms liegt auf der Verdichtung von Ortskernen. "In ganz vielen Gemeinden gibt es im Ortskern noch ausreichend freie Flächen. Man muss ja nicht immer die nächste grüne Wiese bebauen, sondern kann erst einmal die vorhandenen Flächen nutzen." Mit diesem Ansatz soll auch der Flächenverbrauch in Schleswig-Holstein von 3 ha täglich im Jahr 2017 auf 1,3 ha pro Tag im Jahr 2030 reduziert werden.

Prämien für Hauskauf und -bau sind vorgesehen

Attraktiviert wird das Wohnen in diesen baulichen Gemischtwarenläden zudem durch eine Prämie von 6.000 Euro für Privatpersonen beim Hauskauf oder Hausbau in einem vom Programm Neue Perspektive Wohnen geförderten Baugebiet.

Die sechs bereits durch das Programm unterstützten Baugebiete entstehen in Halstenbek, Hohn, Itzehoe, Malente und zwei in St. Peter-Ording. Nach Angaben des Innenministeriums haben rund 20 weitere Kommunen Interesse an einer Teilnahme angemeldet.