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Steuern | 20.11.2020

Von Monika Hillemacher

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Bundesregierung Deutschland, Bundesministerium der Finanzen
  • Personen:
    Jochen Tillmanns

Umsatzsteuer: Finanzministerium entschärft Konfliktpotenzial

Quelle: Pixabay, Urheber: Steve Buissinne
Für Rechnungen für Vorauszahlungen und Abschläge, die in der derzeitigen coronabedingten Niedrigsteuerphase für Leistungen ausgestellt werden, die erst im kommenden Jahr erbracht werden, gelten nun klare Umsatzsteuerregeln.

Quelle: Pixabay, Urheber: Steve Buissinne

Unternehmen können in der coronabedingten Niedrigsteuerphase Rechnungen für Vorauszahlungen und Abschläge von Leistungen, die erst im kommenden Jahr erbracht werden, mit den dann wieder geltenden Umsatzsteuersätzen von 19% bzw. 7% ausstellen. Das Finanzamt darf dies nicht beanstanden. Diese Erleichterung, die aus einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) hervorgeht, betrifft insbesondere langfristige Projekte, wie sie am Bau üblich sind. Zuvor herrschte bei dieser Frage viel Unsicherheit.

Mit dem BMF-Schreiben (III C 2 -S 7030/20/10009 :016) vom 4. November wird eine bisherige Unklarheit beseitigt. Damit dürfte "ein erhebliches Konfliktpotenzial mit dem Finanzamt entschärft worden sein", erklärt Jochen Tillmanns aus dem Düsseldorfer Büro der KMLZ Rechtsanwaltsgesellschaft. Der Leistungsempfänger, zum Beispiel der Bauherr, sei in voller Höhe vorsteuerberechtigt.

Nichtbeanstandungsregel sollte genutzt werden

Das BMF stelle auch klar, dass Vorauszahlungen oder Anzahlungen, die vor dem 1. Januar 2021 in Rechnung gestellt werden und nach dem 31. Dezember 2020 aufs Konto kommen, mit 19% bzw. 7% (ermäßigt) zu versteuern sind. Auch wenn die Rechnung einen geringeren – und derzeit coronabedingt noch geltenden – Steuersatz von 16% bzw. 5% ausweist. Dann stehe dem Leistungsempfänger der Vorsteuerabzug nur in Höhe der ausgewiesenen Steuer zu. "Diese Situation gilt es zu vermeiden", fasst Tillmanns zusammen.

Deshalb sollte von der sogenannten Nichtbeanstandungsregel Gebrauch gemacht werden. Diese Vereinfachung diene auch dem Verhältnis zwischen Bauunternehmen und Auftraggeber. Denn Nachfakturierung oder die Beanstandung des Vorsteuerabzugs durch das Finanzamt wirkten sich negativ auf das Leistungsverhältnis aus.